Wo ist die politische Heimat der Angler?
Im Vorfeld der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 haben wir die im Landtag vertretenen Parteien nach ihren Positionen zu Problemen befragt, die den Anglern und Anglerinnen auf den Nägeln brennen. Nachfolgend die Antworten der Parteien.
Hinweis: In unserer Fachzeitschrift wurde dieser Artikel ursprünglich noch ohne die Antworten der AFD veröffentlicht. Trotz ausreichendem zeitlichen Vorlauf und erneuter Nachfrage waren diese Antworten leider erst nach Drucklegung bei uns eingegangen und konnten somit nicht berücksichtigt werden. Hier nun der vollständige Artikel.
Welche Schritte planen Sie, um die Anerkennung der Anglerschaft als aktive Naturschützer zu erhöhen?
CDU: Mit der jüngsten Gesetzesänderung zu Fischereischeinen haben wir den Zugang für Jugendliche und Menschen mit Behinderung erleichtert. Davon erwarten wir eine höhere Beteiligung und langfristig auch mehr Menschen, die sich aktiv für unsere Gewässer einsetzen. Genauso wichtig ist uns eine bessere öffentliche Wahrnehmung: Angeln ist gesellschaftlich relevant und weit mehr als ein Hobby. Die Leistungen der Vereine müssen sichtbarer werden – auch durch eine moderne, positive Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus setzen wir auf praktische Naturschutzprojekte. Wir wollen zukünftig, wo es geht, Dorfteiche gemeinsam mit örtlichen Angelvereinen renaturieren und instandhalten. Mit dem neuen Ehrenamtsgesetz, das wir gerade auf den Weg bringen, wollen wir außerdem das Engagement erleichtern – mit weniger Bürokratie und spürbaren Entlastungen. Und selbstverständlich bleibt für uns klar: Wir stehen jederzeit für einen konstruktiven Austausch mit den Anglern bereit.
SPD: Für die SPD ist klar: Anglerinnen und Angler sind nicht nur Nutzer von Gewässern, sondern vielerorts diejenigen, die Naturschutz ganz praktisch organisieren. Die Vereine vor Ort vermitteln Artenkenntnis, Gewässerkunde und Verantwortung im Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wer früh lernt, wie empfindlich ein Gewässer reagiert, entwickelt oft ein dauerhaftes Umweltbewusstsein. Der Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V. leistet mit seinen Mitgliedern eine sehr wertvolle Arbeit u.a. dadurch, dass Müll regelmäßig an Seen, Flüssen und Gräben entfernt wird, Sauerstoffprobleme und Fischsterben frühzeitig erkannt und gemeldet werden, Jungangler an Natur- und Artenschutz herangeführt werden
Unser Ziel ist es deshalb, die Kooperationen zwischen Angelvereinen, Schulen und Umweltbildung ausbauen und die Naturschutzleistungen der Vereine vor Ort sichtbarer zu machen.
FDP: Wir sind der Überzeugung, dass der beste Naturschutz die Nutzer und deren Interessen einbezieht, statt sie auszuschließen. Bei den Anglern in Sachsen-Anhalt funktioniert dieses Prinzip schon lange sehr erfolgreich. Ohne Hege und Pflege der Gewässer durch die Angler, wären nicht nur die Bedingungen für das Angeln deutlich schlechter, sondern auch der ökologische Zustand. Wir sind deshalb offen dafür, die Rolle der Angelvereinigungen in den Entscheidungsprozessen zu Maßnahmen an den Gewässern zu stärken. Angelvereine, die aktiv beim Artenmonitoring und bei Gewässerrevitalisierungen mitwirken, sollen bevorzugt Mittel aus der Fischereiabgabe für die Gewässerpflege erhalten.
Grüne: Bündnis 90/Die Grünen betrachten Angler als aktive Naturschützer, weil durch ihr Engagement, z.B. bei Pflegearbeiten, Besatzmaßnahmen und der Beobachtung von Wasserqualität, ein konkreter Beitrag zum Schutz von Lebensräumen und Artenvielfalt geleistet wird. Gleichzeitig fördern viele Anglervereine Umweltbildung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und führen sie so frühzeitig an die Komplexität von Ökosystemen heran. Frei nach Albert Schweitzer, wonach wir das schützen, was wir kennen und lieben, betrachten wir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als wichtig für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Gewässern und Ressourcen, was zentrale Ziele grüner Umweltpolitik unterstützt. Um das Ehrenamt im Umweltschutz zu stärken, streben wir deshalb eine gezielte Ehrenamtsförderung und Stärkung der Naturschutzverbände an.
Linke: Jede und jeder, der will und eine Prüfung abgelegt hat, sollte angeln können. Der Zugang zu Natur und Gewässern darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Angeln ist mehr als Freizeit: Es ist Naturerfahrung, Erholung und schafft oft den ersten Zugang zu Umweltbildung, besonders für Kinder und Jugendliche. Diese Rolle wollen wir durch die Förderung der Jugendarbeit und die Unterstützung von Umweltbildungsangeboten stärken. Für uns ist klar: Angler sind ein zentraler Teil des Naturschutzes. Auch wenn Fische oft weniger Aufmerksamkeit bekommen, weil sie im Unterschied zu Vögeln und Säugetieren keinen Kuschelfaktor haben, müssen auch sie geschützt und ihre Vielfalt bewahrt werden. Und hier leistet gerade verantwortungsvolles Angeln einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Anglerinnen und Angler sind vor Ort und bemerken oft als Erste Probleme wie Umweltverschmutzung oder umkippende Gewässer. Mit Pflegeeinsätzen, Besatzmaßnahmen und ihrem Engagement stabilisieren sie Gewässer und Fischbestände. Diese Leistungen dürfen nicht zu einer übermäßigen finanziellen Belastung der Ehrenamtlichen führen. Hier wollen wir entlasten. Wir wollen die Anglerschaft in politische Prozesse einbinden. Wer Verantwortung übernimmt und praktische Erfahrung hat, muss bei Gewässerentwicklung, Artenschutz und Nutzung mitreden. Konflikte müssen im Dialog gelöst werden, mit der Anglerschaft als Partner und im Dialog mit anderen Interessengruppen.
AfD: Wir wollen den Angelverband künftig frühzeitig in alle Gesetzes- und Verordnungsänderungen einbinden, damit praxisnahe und vernünftige Regeln entstehen. Statt neuer Kontrollinstrumente wollen wir unnötige Bürokratie abbauen. Zudem wollen wir die ehrenamtlichen Leistungen der Angler im Gewässer- und Naturschutz sowie bei der Ausbildung zum Fischereischein sichtbar und öffentlich anerkennen.
Welche Maßnahmen planen Sie, um den Artenschutz und die Fischvielfalt in den Gewässern des Landes zu fördern?
CDU: Der Schutz heimischer Fischarten hat für uns hohe Priorität. Um die Artenvielfalt zu stärken, wollen wir die Projektförderung im Artenschutz deutlich verbessern – darunter innovative, naturverträgliche Fischaufstiegssysteme, die Fischwanderungen ermöglichen und Lebensräume wieder verbinden. Wir setzen dabei auf standortangepasste, funktionale Lösungen, weil jedes Gewässer individuelle Anforderungen hat und nur maßgeschneiderte Lösungen wirklich Wirkung zeigen. Gleichzeitig gilt: Wer unsere Gewässer verschmutzt – ob privat oder industriell –, muss zur Verantwortung gezogen werden. Wir werden dafür eintreten, dass Verursacher nicht nur sanktioniert, sondern auch zur Wiedergutmachung verpflichtet werden. Damit schaffen wir echte Verbesserungen für den ökologischen Zustand unserer Gewässer und stärken die Fischbestände nachhaltig.
SPD: Zentraler Punkt ist der Gewässerschutz. Sauberes und sauerstoffreiches Wasser ist die Voraussetzung für einen guten Lebensraum für Fische. Wir haben in der laufenden Legislaturperiode mit dem Wassergesetz des Landes Sachsen-Anhalt einen verlässlichen Rahmen für ein klimaresilientes Wassermanagement geschaffen. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Bewältigung von sinkendem Wasserdargebot, Starkregen und längeren Trockenperioden. Statt wie bisher auf schnellen Wasserabfluss zu setzen, wird künftig der Wasserrückhalt in der Fläche priorisiert. Auch das sollte den Fischbeständen zugutekommen. Besondere Bedeutung hat für uns das Landesprogramm „NaturWasserMensch“. Hier wurden in der Vergangenheit Projekte gefördert, die u.a. Gewässerentwicklung und ökologische Aufwertung zum Ziel hatten, etwa Maßnahmen zur Sanierung von Klein- und Kleinstgewässern, Maßnahmen zur Entwicklung ökologisch wertvoller Gewässerstrukturen, wie z.B. die naturnahe Umgestaltung von Uferverbauungen, oder kommunale Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte oder der Biodiversität. Aus dem Landeshaushalt erhält der Anglerverband eine Förderung, die im aktuellen Doppelhaushalt erhöht wurde. Wir werden auch zukünftig den Landesanglerverband Sachsen-Anhalt über die Förderung von Vereinen und Verbänden auf dem Gebiet des Umweltschutzes fördern.
FDP: Wir haben in dieser Legislaturperiode bei der Renaturierung von Gewässern durchaus einiges erreicht. Nicht zuletzt durch die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels ist eine schnelle Erholung der Bestände dennoch nicht zu erwarten. Wie bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen insgesamt drängen wir darauf, dass beispielsweise Fischaufstiegshilfen nicht nur in der Planung funktionieren, sondern auch auf Dauer in der Praxis. Die Experimentierklausel des Wassergesetzes ermöglicht es, neue Wege in der Gewässerunterhaltung zu gehen. Wir ermutigen die Gewässerunterhaltungsverbände, ihre Unterhaltungsmaßnahmen zusammen mit den Anglern zu entwerfen und deren Effekte zu beobachten. So können best-praxis-Beispiel Schule machen.
Grüne: Wir setzen uns für wirksamen Artenschutz ein, um die biologische Vielfalt dauerhaft zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren. Das umfasst natürlich auch die Fischvielfalt. Wir wollen Wasserschutzgebiete vor Schadstoff- und Nitratbelastungen schützen. Die Bewirtschaftung von Flächen in Wasserschutzgebieten darf ausschließlich ökologisch erfolgen. Wir setzen uns für eine Reduzierung der Nähr- und Schadstoffeinträge ein, u.a. durch zusätzliche Reinigungsstufen bei Klärwerken, verstärkte Kontrollen von Einleitungen und konsequente Ahndungen bei Verstößen. Auch eine Reduzierung von diffusen Einträgen, wie Bodenmaterial, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in die Einzugsgebiete der Flüsse ist für uns wichtig. Deshalb stehen wir für eine ökologische Landwirtschaft, die die biologische Vielfalt schützt. Wir wollen eine Gewässerbewirtschaftungsstrategie und die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Wir stellen Fördermittel für die Renaturierung von Flüssen, Seen, Mooren und Teichen bereit und verfolgen das Ziel des Wasserrückhalts in der Fläche. Dazu gehört auch die Förderung der Anbindung von Altarmen an Flüsse, um der natürlichen Wasserführung mehr Raum zu geben, die ökologische Vielfalt zu verbessern und Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Gleichzeitig fördern wir so natürlichen Hochwasserschutz.
Linke: Für uns ist klar: Nur gesunde Gewässer sichern Fischvielfalt. Deshalb wollen wir als Linke die EU-Wasserrahmenrichtlinie konsequent umsetzen und die notwendigen Gelder bereitstellen. Gewässer müssen so entwickelt werden, dass stabile und vielfältige Fischbestände möglich sind. Hierfür muss die ökologische Durchgängigkeit von Flüssen gewährleistet sein. Wanderfische können sich nur etablieren, wenn sie ihre Lebensräume erreichen. Querbauwerke müssen deshalb zurückgebaut oder mit funktionierenden Fischaufstiegsanlagen ausgestattet werden. Dafür braucht es verbindliche Umsetzungen, klare Prioritäten, Jahresplanungen und gesicherte Finanzierungen. Wer die Wiederansiedlung von Lachsen oder Meerforellen will, muss hier investieren. Auch stehende Gewässer müssen stabilisiert werden. Klimawandel, steigende Temperaturen und sinkende Wasserstände setzen Teiche und Seen unter Druck. Die aktuellen Regelungen führen jedoch oft zu hohen Kosten, etwa durch die Einstufung von Sedimenten als Abfall. Ehrenamtliche Gewässerpflege darf nicht zu einer finanziellen Belastung werden. Wir wollen, dass die öffentliche Hand die Kosten für die Abfallbeseitigung trägt. Durch Besatzmaßnahmen, Pflegeeinsätze und ihre Präsenz vor Ort trägt die Anglerschaft direkt zum Erhalt der Fischbestände bei und erkennt Probleme frühzeitig. Dieses Wissen muss stärker in Maßnahmen einbezogen werden.
AfD: Wir wollen alle Einleitgenehmigungen überprüfen und gegebenenfalls auf den neuesten Stand der Filtertechnik anpassen. Außerdem wollen wir den Fischbesatz künftig streng nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen durchführen.
Sehen Sie Möglichkeiten, die Verwaltung auch im Bereich der Angelfischerei digitaler zu machen - einschließlich der Thematik der Zuwegungen (Wegerechte) zu Gewässern?
CDU: Ja, wir sehen klare Chancen, die Verwaltung im Bereich der Angelfischerei deutlich digitaler und damit moderner zu gestalten. Das betrifft auch Verwaltungsprozesse, Prüfungsanmeldungen und die Frage, wie Zugangsmöglichkeiten zu Gewässern klar und rechtssicher dargestellt werden können. Gerade bei einer so großen und engagierten Mitgliederschaft wie in Sachsen-Anhalt wäre eine zunehmende digitale Kartierung von Wegen, Zuwegungen und bestehenden Wegerechten ein wichtiger Schritt, um mehr Übersicht zu schaffen – sowohl für Angler als auch für Grundstückseigentümer. Insbesondere für die Transparenz braucht es ein praxisnahes, maßgeschneidertes System, das einfach zu bedienen ist.
SPD: Im Bereich Digitalisierung gibt es im Fischereiwesen erhebliches Modernisierungspotenzial. Viele Verfahren sind noch unnötig analog organisiert. Papierausweise, handschriftliche Fanglisten und Befahrgenehmigungen sind nicht mehr zeitgemäß. Wir werden den digitalen Fischereiausweis auf den Weg bringen, die digitale Gebührenabgabe und digitale Fangmeldungen per App, wie sie einige Vereine bereits parallel nutzen, unterstützen. Auch im Bereich der Befahrgenehmigungen werden wir einheitliche, digitale Lösungen unterstützen. Unser besonderes Anliegen ist die Barrierefreiheit. Es gibt zahlreiche barrierefreie Angelstellen in Sachsen- Anhalt und dies ist sehr begrüßenswert! In der Praxis liegen diese barrierefreie Angelstellen jedoch nicht selten trocken, sind gesperrt oder baulich so gestaltet, dass ein sicheres Anlanden des Fisches für Rollstuhlfahrer kaum möglich ist. Oft fehlt es bereits an klarer Beschilderung. Für Rollstuhlfahrer bleibt dann häufig nur der Weg in den kommerziellen Angelteichbetrieb. Wir brauchen verbindliche Qualitätsstandards für barrierefreie Angelplätze – erreichbar, sicher und tatsächlich nutzbar. Wir werden zusammen mit dem Anglerverband Sachsen-Anhalt gemeinsam ein Programm auf den Weg bringen, der barrierefreie Angelstellen fördert.
FDP: Wie wir bei der bei Überführung des Jugendfischereischeins in den Friedfischfischereischein gezeigt haben, sind wir sehr offen für Hinweise aus der Anglerschaft mit denen bürokratischer Aufwand verringert werden kann. Die theoretischen Prüfungen könnten aus unserer Sicht künftig in einem digitalen Verfahren abgelegt werden. In Bayern finden die Fischerprüfungen beispielsweise online in zertifizierten Prüfungslokalen in Volkshochschulen und Angelvereinen statt.
Die FDP setzt sich seit langem für die die Anerkennung von Wegerechten der Angler zum Gewässer ein. Für Schutzgebiete, die aufgrund europäischen Rechts ausgewiesen wurden, sollten Spielräume möglichst so genutzt, dass Beschränkungen auf ein sinnvolles Maß zurückgeführt werden. Ohnehin stehen wir dafür, EU-Vorgaben in Deutschland und Sachsen-Anhalt nur noch 1:1 umzusetzen und nicht noch „draufzusatteln“. Anglerinnen und Angler sind Verantwortungsträger, keine Umweltgefahr. Die FDP hat Vertrauen in Vereine und ausgebildete Petrijünger und lehnt immer neue Auflagen ab.
Grüne: Bündnis90/Die Grünen stehen für die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, auch im Bereich der Angelfischerei. Bei der Nutzung von Wegen gilt es Naturschutzrecht, Eigentumsrecht und Interessen der Angelfischerei abzuwägen und bisherige Rechtsprechungen zu beachten.
Linke: Angeln muss praktisch möglich sein. Wer einen Fischereischein hat, muss auch ans Wasser kommen. In der Realität scheitert das oft an fehlenden Zugängen, unklaren Wegerechten oder Gebühren. Das Uferbetretungsrecht reicht häufig nicht aus, wenn Wege versperrt sind oder nur gegen Zahlung genutzt werden können. Deshalb wollen wir einen real nutzbaren, rechtssicheren Zugang zu Gewässern schaffen. Kommunale Wege müssen stärker geöffnet werden, und zusätzliche Gebühren dürfen nicht dazu führen, dass Angeln vom Geldbeutel abhängt.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Organisation der Verwaltung. Zwischen den Landkreisen gibt es große Unterschiede bei Prüfungen und Verfahren. Zu wenige Termine, lange Wartezeiten und weite Wege zur Prüfung sind ein Problem. Deshalb braucht es mehr Verlässlichkeit: ausreichend Prüfungstermine, bessere personelle Ausstattung und einheitliche Verfahren im Land. Dazu müssen die Kommunen finanziell so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können.
Digitalisierung kann helfen, diese Probleme zu lösen. Verfahren rund um den Fischereischein, von Anmeldung über Terminvergabe bis zur Prüfung, sollten landesweit über ein einheitliches Online-Portal laufen. So lassen sich Termine besser koordinieren, Wartezeiten reduzieren und Kapazitäten effizient nutzen. Auch beim Zugang zu Gewässern kann Digitalisierung helfen. Öffentlich zugängliche Karten mit gebündelten Geodaten zu Angelgewässern, Zugängen, Uferbetretungsrechten und Einschränkungen, etwa durch Schutzgebiete, schaffen Transparenz und machen die Nutzung planbarer, besonders für Neueinsteiger.
Im Umgang mit Schutzgebieten braucht es bessere Lösungen. Nutzung und Schutz müssen ausgewogen gestaltet werden.
AfD: Ja, wir sehen klare Möglichkeiten, die Verwaltung in der Angelfischerei deutlich digitaler zu gestalten. Wir wollen den bereits bestehenden digitalen Fischereischein bei der unteren Fischereibehörde weiter ausbauen und eine vollständige Gleichstellung digitaler Nachweise erreichen. Digitale Versionen sollen rechtlich vollwertig mit den analogen Nachweisen gleichgestellt werden. Zusätzlich wollen wir klare, rechtssichere und praxistaugliche Regelungen für die Zuwegungen zu den Gewässern schaffen, um Anglern den Zugang zu ihren Fischgewässern zu erleichtern.
Rainer Wozny
Redaktionsteam














