Durch die Entnahme von Fischen entlasten Angler trotz Anfüttern sogar unsere Gewässer.

Prof. Dr. Kurt Schreckenbach und Dr. Uwe Brämick vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow

Nach Meinung der Fachleute hat die Angelfischerei einen entscheidenden Vorzug: Zwar werden durch das Anfüttern düngende Nährstoffe in die Gewässer eingebracht, durch den Fischfang werden aber meist mehr Nährstoffe wieder entnommen. Das an vielen Gewässern bestehende Anfütterungs-Verbot macht also in der Regel wenig Sinn.

Zuerst untersuchten die Forscher den Gehalt von Pflanzen-Nährstoffen in verschiedenen Anfütterungs-Mitteln. Denn früher ging man davon aus, dass der Eintrag von Phosphor und Stickstoff durch die Fütterung das Algen-Wachstum in einem Gewässer steigere. Es bestand die Befürchtung, dass durch die zusätzliche "Düngung" mit Futter-Mitteln Gewässer im schlimmsten Fall "umkippen" könnten.

1000 Kilogramm Brotteig pro Hektar?

Nach den Ergebnissen der Wissenschaftler besitzt Anfutter aber nur einen geringen Pflanzen-Nährstoff-Gehalt. Beispiel: Eine Anfütterung mit 100 Kilogramm Brotteig würde 90 Gramm Phosphor und 1.290 Gramm Stickstoff in ein Gewässer bringen.

Nach Meinung der Fachleute ist der Nährstoffeintrag durch eine "angemessene Anfütterung" im Vergleich zu anderen Quellen Landwirtschaft Niederschläge Wasservögel zu vernachlässigen: Denn alleine um den alljährlichen Nährstoff-Eintrag durch den Niederschlag zu erreichen müssten Angler mit 500 bis 1000 Kilogramm Brotteig pro Hektar anfüttern.

Nährstoff-Einträge durch eine sachgemäße Anfütterung beim Angeln führen also nicht zur Überdüngung. Vor allem weil die Angler mit ihrem Fang die angefütterten Nährstoffe dem Gewässer in Form von Fisch wieder entnehmen. Bereits durch die Entnahme von 10 bis 45 Kilogramm Rotaugen kann das Anfüttern mit 100 Kilogramm Brotteig kompensiert werden. Bei Anfütter-Mitteln mit geringerem Wasser-Gehalt (Getreide Boilies) sollte die Entnahme-Menge der Fische etwas höher ausfallen.

Nachdenken beim Anfüttern!

In sensiblen nährstoffarmen Gewässern jedoch sollte generell auf das Anfüttern verzichtet werden. In bereits nährstoffreichen Gewässern hat das Füttern aber kaum Auswirkungen.

Aber die Forscher warnen auch die Angler: Die zusätzlichen Belastungen der Gewässer durch Anfüttern sollten auf ein Minimum begrenzt werden. Denn wenn die Futter-Mittel nicht schnell durch Fische aufgenommen werden kann es zu verstärktem Sauerstoff-Verbrauch kommen. 100 Kilogramm Brotteig können bei der Zersetzung sagenhafte 74 Kilogramm Sauerstoff verzehren.

Sinnvoller sind deshalb möglicherweise größere Anfutter-Partikel (Getreide Boilies Maden) weil sie von den Fischen auch gefressen werden können. Feine Futtermehle locken zwar die Fische können aber kaum von ihnen aufgenommen werden.

Info: Weitere Informationen über das Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow finden Sie unter www.ifb-potsdam.de