|
|
7. Vereinsjugendlager in Warnemünde |
Dat har noch veel leger warn kunt…?
(Das hätte noch viel schlimmer kommen können…?)
Als Jugendwart des Halleschen Anglervereineswar ich sehr erfreut über die positiveZustimmung
des Vorstandes,dieses außergewöhnliche Jugendlager an der Ostsee durchführen zu können.Unsere Jugendlichen sollten ein anderes Angeln kennenlernen und natürlich auch viel über die Ostsee erfahren. Die Planung für dieses Jugendlager begann im März. Der Kutter für den Angeltörn wurde mit unserem Vorsitzenden W. Thiele schnell gefunden und gebucht. Auch die Transportmöglichkeiten mussten schnell geklärt werden, was uns auch unproblematisch gelang.
Nun, am 15.10.09, konnte es endlich los gehen. Wussten unsere Jugendlichen was sie erwartete? Der Wetterbericht erschreckend.
Windstärke 5 6 am Samstag, dem Tag der Ausfahrt. Naja, wir fahren erst einmal los, Probleme sind da um gelöst zu werden.
Insgesamt hatten wir eine ruhige Anfahrt und konnten gegen 17.00 Uhr unseren Kutter die "Kehrwieder" für einen Tag "entern". Unser Bootsmann begrüßte uns sehr herzlich und durch die Hilfe aller Kid`s konnten unsere kostbaren "Habseligkeiten" schnell unter Deck verstaut werden. Verwunderung einiger Kinder Übernachtung auf dem Schiff in Mehrbettkabinen ohne Fenster? Oje, Oje.
Pünktlich um 18.00 Uhr wurde unser Abendessen gereicht super lecker. Ein großes Lob an unseren Smutje.
Nun war große Bastelstunde angesagt. Vorbereitung ist alles Vorfächer mussten geknotet, gehäkelt oder wie war das? Nach 2 Stunden hatte auch der letzte Jugendliche, unter professioneller Anleitung von W. Thiele, sein Vorfach gefertigt.
Von einem Sturm war im Alten Strom von Warnemünde nicht viel zu spüren, also waren wir guter Dinge um am nächsten Tag los zu schippern. Der Seewetterbericht gegen 22.00 Uhr würde Gewissheit bringen, meinte unser Bootsmann. Prognose: Morgen geht es raus auf See.
Am nächsten Morgen, nach dem reichhaltigen Frühstück, konnte es nun endlich losgehen, nach dem unser Kapitän das Steuer übernahm. Kaum waren wir aus dem sicheren Hafenbecken heraus, ging es auch schon los. Das Schiff nahm seinen Weg über die aufschäumende See. Eine völlig neue Erfahrung für unsere "Landratten". Es dauerte nicht lange und schon kamen die ersten Meldungen der Seekrankheit. Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit ertönte das erste Signal zum Angeln. Das Schiff schaukelte bedrohlich bei immer stärkerem Wellengang. Schnell liefen wir als Betreuer zu unseren Kindern um Hilfestellungen zu geben. Einige hatten nach der ersten Trift einen riesen Spaß fast jede Rute konnte einen Fisch anlanden. Die Hauptfischart war der Wittling aber auch Dorsch, Hering und sogar ein Seehecht landeten in den Fischkisten. Dorschkönig wurde der Papa von Max Eiser der eine Doublette von besonders schönen Exemplaren am Haken hatte.
Trotz der Freude über den Fisch nahm die Seekrankheit ihren Lauf. Über die Hälfte der Jugendlichen hatten arge Probleme mit ihrem Frühstück. Max Eiser traf es besonders hart, abwechselnd lag oder saß Max auf den Planken des Schiffes, verfärbte sich in eine fahle weiße Wand und sehnte sich nach sicheren festen Boden. Das war aber nicht möglich, hier war Durchhaltevermögen angesagt.
In den Mittagsstunden hatte die See Mitleid mit uns und beruhigte sich. Das wohlschmeckende Mittagessen wurde an diesem Tag von unserer Jugend verschmäht. Dennoch erholten sich alle von dieser heimtückischen Krankheit und hatten von nun an nur noch Freude am Angeln. Gegen 15.00 Uhr erreichten wir den sicheren Hafen. Großer Dank an die Besatzung der "Kehrwieder" die uns nicht nur sicher an Land brachte sondern auch sehr umsorgte.
Nach dieser ereignisreichen Fahrt erreichten wir am späten Nachmittag die Jugendherberge von Warnemünde. Ein Spaziergang am Strand beruhigte die Gemüter und schon am nächsten Tag ging es weiter nach Stralsund zum Meeresmuseum. Unseren Jugendlichen sollte hier noch viel Wissenswertes über die Ostsee vermittelt werden. Neben den Anfängen des Fischfanges bis zur modernen Hochseefischerei wurde auch die Ostsee mit ihrer Beschaffenheit von einem Museumsführer ausführlich erklärt.
Nun neigten sich die ereignisreichenTage dem Ende und schon am Abend erreichten wir sicher unsere Heimatstadt Halle. Viele Kinder fragten sogar nach einer Wiederholung und da unser Hallescher AV auf Jugend - und Sportarbeit sehr viel Wert legt, könnte dies in bestimmten Zeitabständen durchaus möglich sein.
Zum Schluss ein großes Dankeschön an alle die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben, insbesondere an W. Thiele (Vorsitzender Hallescher AV), U. Potschka (Sponsor und Referent Meeresangeln des LAV Sachsen Anhalt), D. Seyffert (Vorsitzender JG "Zwergwelse" Hallescher AV), T. Hentschel, dem Autohaus Stoye und Herrn Liebchen (HLS KOMPAKT GmbH) für die Bereitstellung der Fahrzeuge.
Jugendwart
Kathrin Gödicke

