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Das Verbandsjugendmeeresangeln 2011 |

Nach dem Desaster in Form von 50% seekranker Kinder im letzten Jahr, sollte es 2011 einmal im Sommer bei weniger sturmträchtigem Wetter auf die Ostsee gehen.

Gesagt - getan, der Termin wurde für den 12. – 14. August entsprechend geplant, gebucht und so standen in Magdeburg & Halle die erwartungsvollen Kinder am Freitagvormittag bereit, um mit Koffern, Taschen, Ruten und Rucksäcken gen Ostsee zum Verbandsjugendmeeresangeln zu starten.
Nach einer diffizilen Abreisespannung ging es dennoch mit guter Laune los. Alle Teilnehmer wurden im Namen des Vorstandes der Verbandsjugend recht herzlich zur letzten Veranstaltung dieser Art im Jahr 2011 begrüßt, darunter auch Gäste aus dem VDSF Landesanglerverband Sachsen – Anhalt e.V. Nach der erfolgreichen Premiere beim Verbandsjugendtreffen in Edderitz wollte man die Zusammenarbeit beider Verbände hier weiter ausbauen, und zwei Teilnehmer sowie ein Betreuer waren unserer Einladung gefolgt.
Auf den Autobahnen nach Osten blieb es erstaunlich ruhig, und mit den Pflichtpausen erreichten wir nach einer sehr regenreichen Fahrt gegen 18:30 Uhr Greifswald. Greifswald, ja dank der noch vorherrschenden Ferienzeit waren die begrenzten Jugendherbergen auf Rügen, seit zirka 1 Jahr ausgebucht. Das bedeutete morgens mindestens 1 Stunde eher aufstehen, also mitten in der Nacht und abends 1 Stunde später in der Unterkunft.
Die uns unbekannte JHB selber zeigte sich freundlich, und da alle Zimmer bereits unterwegs verteilt worden waren, ging das Einchecken schnell und reibungslos. Zuvor aber hieß es noch ordentlich Essen fassen.
Im Anschluss folgte dann die obligatorische Bastelstunde, bei welcher besonders die Neulinge ihr Material fangtauglich unter Anleitung des Referenten für Meeresangeln, Uwe Potschka, zusammenbauen konnten. Vieles stellte Uwe wieder gratis zur Verfügung, und Pilker mit Beifängern wurden zu kinderfreundlichen Preisen angeboten. Schon seit Jahren ist Uwe Potschka diesbezüglich ein verlässlicher Partner!
Das Aufstehen am nächsten Tag fiel sicher nicht leicht, doch pünktlich saßen alle Teilnehmer im Bus und so ging es im anbrechenden Morgen los, über Stralsund und die Rügendammbrücke nach Saßnitz. Die aufgehende Sonne tauchte Rügens Landschaft und die Alleen in ein malerisches Licht, und dank der frühen Stunde kamen wir gut voran. Nicht nur wir waren zu dieser Zeit bereits unterwegs, sondern auch "Fotofreunde", welche unseren Bus bei Rambin in schönstem roten Blitzlicht ablichteten.
Überpünktlich kamen wir so im Hafen Saßnitz an, wo bereits unser Präsident Hans-Peter Weineck und Uwe Poschka warteten. Wir verlosten die Plätze und enterten das Schiff, die Jan Cux! Leinen los klang es von der Brücke, die Ruten wurden montiert und dann roch es nach Kaffee und frischen Brötchen – Frühstück!

Vorbei an der malerischen Küste Rügens ging es gen Kap Arkona und dann begann die erste Drift. Der Wind blies trotz des Sommers doch ganz ordentlich, und so glaubten wir an ein Déjà-vu. Schon bald darauf lagen wieder 40% seekrank um, und es erschallten an Luv und Lee die bekannten Rufe. Die Angler, die verschont blieben, fingen zudem nur mäßig Fische. Den größten Fisch an diesem Tag fing Felix Hilbig, ein Dorsch von 73 cm! So verging die Zeit, das Mittagessen kam (und ging bei vielen auch wieder) und irgendwann hieß es am Nachmittag Feierabend. Die Fische wurden gemessen, filetiert, eingetütet, und manch einer war sicher erleichtert, die Steilküste und den Hafen in greifbarer Nähe zu wissen.
Mit dem sicheren Boden unter den Füßen kam auch wieder der Appetit, welchen man an zahlreichen Fischbuden mit einem leckeren Fischbrötchen stillte.
Die Rückfahrt in die Jugendherberge verlief trotz des zahlreichen Touristenverkehres reibungslos, und schon bald passierten wir wieder die Rügendammbrücke mit ihrem beeindruckenden Blick auf die Stralsunder Hafenshilouette.
Den Abend verbrachte nun jeder nach seinen Wünschen, egal ob beim Basteln, in geselliger Runde oder im Restaurant "Zum goldenen M". Viele bereiteten auch schon die zeitige Abreise am nächsten Tag vor, galt es doch zumindest die Zimmer zu räumen, zu fegen und das Gepäck zu verstauen. Noch einmal eher aufstehen, und das am Sonntag!
Der Sonntag verlief bei wesentlich ruhigerem Wetter wie der Vortag, jedoch ohne Seekrankheit und somit mehr gefangenen Fischen. Heute waren alle Teilnehmer aktiv dabei und pilkten um die Wette. Leider waren Hans-Peter Weineck und Uwe Potschka nicht mehr dabei, da beide zur Wahrnehmung anderer Verpflichtungen bereits wieder abgereist waren.
Viele Dorsche wurden gefangen, zumindest mehr als im Vorjahr und auch der Rekord vom Vortag wurde noch einmal um einen Zentimeter überboten. Mit 74 cm fing Patrick Feige vom Magdeburger AV also den größten Dorsch des Verbandsjugendmeeresangelns 2011.
Auf der Rückfahrt wurde nun wieder fleißig gemessen, filetiert und ich bereitete schon einmal die Auswertung vor. Gefangen wurden an beiden Tagen immerhin rund 200 Dorsche. Wohl jeder hatte heute seinen Fisch in der Tasche, als wir bei bestem Sommerwetter in den Saßnitzer Hafen einliefen.
Schnell noch ein frisches Fischbrötchen, dann hieß es Abschied nehmen von Saßnitz, alles wurde verstaut und mit der gebotenen Raschheit ging es zurück nach Greifswald. Dort angekommen zog man sich wieder stadtfein an, die Angelklamotten wurden verstaut und dann der Bus systematisch geräumt, um nach den Zielorten Magdeburg bzw. Halle neu beladen zu werden. Wie bei der Abreise bereits vermutet, musste Vieles im Fahrgastraum untergebracht werden. Zusammen wurde das Abendessen eingenommen, und dann ging es zur Auswertung ein letztes Mal in den Gemeinschaftsraum der JHB.
Viele Pokale und Sachpreise standen bereit, um an die Aktivsten ihrer Altersklasse vergeben zu werden, und stolz standen die prämierten Kinder & Jugendlichen für ein Siegerfoto bereit.
Was wenige der Kinder wussten, die Anwesenheit von Hans-Peter Weineck am Vortag war quasi auch seine Abschiedsvorstellung. Das Verbandsjugendmeeresangeln 2011 stellt nicht nur den Abschluss der Veranstaltungen der Verbandsjugend in diesem Jahr dar, es war auch die letzte Veranstaltung vor der Neuwahl der Verbandsjugend und des Präsidiums 2012.
Nicht alle werden wieder kandidieren, und auch Hans-Peter Weineck wird seine langjährige Funktion als Präsident beenden. Durch seine vorzeitige Abreise gab es so leider keine Gelegenheit, unserem Präsidenten in diesem Rahmen für viele Jahre Loyalität zur Jugendarbeit zu danken. Mit ihm hatte die Jugendsäule stets einen verlässlichen Partner, wenn es um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ging, egal ob in der Jugendgewinnung, im Sportbereich oder in der Verbandsjugend. Bleibt zu hoffen, dass auch der mit der Neuwahl 2012 kommende Präsident dieses honorige Ziel gemeinsam mit der Verbandsjugend bereit ist, fortzusetzen!
Alle Pokale & Sachpreise waren nun überreicht, alle Zimmerschlüssel abgegeben, also rein in den Bus und ab gen Heimat. Wenigstens hier hatten wir ja nun einen Vorsprung gegenüber einer Unterbringung in Binz und so verlief die Fahrt Richtung Berlin und weiter nach Magdeburg in die anbrechende Dämmerung und die Nacht ohne Probleme.
Ach, ob wir unterwegs gar nicht, wie sonst üblich, als krönenden Abschluss im Restaurant "Zum goldenen M", besser bekannt als McDonalds eingekehrt sind, fragen Sie sich? Klar doch, aber das muss man doch nicht mehr extra erwähnen – oder?! In Höhe Berlin war es soweit, und da waren auch alle schlagartig und kurzzeitig hellwach!
Stau frei und erschöpft von Seeluft, wankenden Planken und unchristlichen Zeiten zum Aufstehen erreichten wir, von manchen nun fast unbemerkt um 01:15 Uhr die Landeshauptstadt Magdeburg.
Der Bus wurde entsprechend ausgeladen, Fische verteilt und dann ein letzter Abschiedsgruß für die Weiterfahrenden nach Halle. Alle Kinder waren wieder in Obhut der Eltern und so endete zumindest für mich das Verbandsjugendmeeresangeln 2011, aber auch diese Legislaturperiode als Vorsitzender der Verbandsjugend.
Bedanken möchte ich mich bei allen Beteiligten, die mit dazu beigetragen haben, dass wir diese Fahrt trotz aller Widrigkeiten gut über die Runden gebracht haben, bei Kathrin, Uli, Uwe, Hans-Peter, Frank (dem Betreuer des VDSF) und bei Bernd – dem Busfahrer!
Vorstand der Verbandsjugend Sachsen - Anhalt e.V.
P.S. Hier könnt Ihr die Auswertungsliste ansehen.
Diese Veranstaltung wurde mit Mitteln aus der Fischereiabgabe des Landes Sachsen-Anhalt gefördert!