Nach der Durchführung unseres 5. Jugendlagers in Köthen, ergab sich eine wunderbare, freundschaftliche Beziehung zum AC 66 Köthen. Im Gegenzug luden wir die Jugendlichen und Betreuer vom AC 66 nach Halle ein. Auch zum KAV Wittenberg, mit der Jugendreferentin Heike Guse, ist mittlerweile ein fantastisches Verhältnis entstanden.
Ein geeignetes Grundstück konnten wir mit Hilfe unseres Geschäftsführers, Ralf Möller, schnell finden und somit fand vom 31.07. - 03.08.2008 unser Jugendlager in Hohenweiden statt.
In der Planung vorab: Die Kinder sollten ein abwechslungsreiches, verlängertes Wochenende erleben und somit hatten wir ein Programm mit Orientierungslauf, Spaßstaffel und einem Castingwettbewerb geplant.
Am Vormittag war die Lagerleitung mit dem Aufbau und der Ausgestaltung des Lagers beschäftigt und man sollte meinen, dass besondere Gäste im Anmarsch sind. Gerüchte kursierten im gesamten Lager, doch wir wollten gut vorbereitet sein.
Die Anreise unserer Kinder erfolgte am 31.07.08 gegen 12.00 Uhr. Sofort wurden mit Hilfe der Lagerleitung die Zelte aufgebaut und wie sollte es anders sein, die ersten Ruten lagen am Wasser.
Bei einer wahnsinnigen Hitze stellten sich am frühen Nachmittag erste Angelerfolge ein. So wurde ein Brassen von 62 cm gefangen - unvorstellbar.
Gegen 16.00 Uhr der erste Anruf: H. -P. Weineck (Präsident des Landesanglerverbandes Sachsen - Anhalt) wird gleich in Hohenweiden eintreffen. Unsere Vermutungen der besonderen Gäste bestätigten sich.
Zu einem solchen Event sollte unser Vorsitzender des Halleschen AV (Wolfgang Thiele) nicht fehlen und prompt konnten wir W. Thiele begrüßen.
Kurze Zeit später traf auch H. -P. Weineck und Gattin ein. Wir waren sehr erfreut über diesen Besuch und dem uns entgegengebrachten Interesse. Pünktlich um 17.00 Uhr erfolgte die Eröffnung, natürlich mit unseren Gästen, die gemeinsam mit dem Jugendwart des Halleschen A V (K. Gödicke) durchgeführt wurde. H. -P. Weineck richtete einige grüßende Worte an die Teilnehmer und W. Thiele gab uns noch ein paar Tipps zum Gewässer sowie Umgebung. Die organisatorischen Belange wurden durch den Jugendwart geklärt.
Kurz nach der Eröffnung startete der erste Grillabend und die ersten Freundschaften bildeten sich. Die größeren Jugendlichen testeten, wie auch in den darauf folgenden Nächten, das nächtliche Beißverhalten der Fische.
Mit großem Erfolg. Unsere Gäste aus Köthen und Wittenberg hatten wohl den richtigen Wurm am Haken, denn fast jede Nacht wurde ein Aal überlistet und stets nach unserem Paparazzo (Heike Guse) gerufen.
Die erste Nacht war vorüber und gegen 8.00 Uhr ertönte die Stimme von Detlef Seyffert zum Frühstück, welches die Betreuer liebevoll vorbereitet hatten. Gleich im Anschluss startete die Spaßstaffel, die so manchen Jugendlichen an seine physischen Grenzen brachte. Am Startpunkt ging es mit Sackhüpfen los in Richtung See - hinein in das Schlauchboot, einmal um die Markierung und zurück zum Ufer. Das Ei auf den Löffel und im Eiltempo, unter Anfeuerungsrufen durch die Slalombahn. Am Ende der Bahn ein besonderes Hindernis - ein Trampolin. Wer das geschafft hatte, ohne sein Ei zu verlieren, konnte nur noch auf eine gute Zeit hoffen.
Sieger wurde in einer Traumzeit von 2:14 min, Roy Börtitz (Hallescher AV), dicht gefolgt von Lucas Boehme (ebenfalls Hallescher AV) und Nico Graul (AC 66 Köthen).
Der Freitag begann wettertechnisch so, wie der Donnerstag mit einer unendlichen Wärme endete. Schon am frühen Nachmittag zogen erste Quellwolken auf und laut Wetterbericht konnte dies nichts Gutes bedeuten. Erste Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen, die Zelte wurden kontrolliert und die Elektrik sicher gestellt. Trotz allem begann der Castingwettbewerb auf dem Gelände.
Auch der Reservistenverband, der unserer Einladung zur Vorbereitung des Orientierungslaufes gern folgte, konnte die Einweisung der Jugendlichen noch vornehmen. Immer wieder zum Himmel schauend, erzielten die Kinder doch ansprechende Ergebnisse beim Casting.
Einer unserer jüngsten Teilnehmer, Julius Hauschild (AC 66 Käthen), gab sich besonders viel Mühe. Er wollte doch unbedingt dieses grüne Tuch treffen, aber besser wäre doch die schwarze Scheibe. Plötzlich wurde es Nacht. Oie Jugendlichen wurden angewiesen sofort ihre Ruten aus dem Wasser zu nehmen und nicht mehr zu berühren. Sie sollten sich schleunigst in Sicherheit bringen. Ein gewaltiger Sturm brach los, Regen und Gewitter drohten unseren Zeltplatz zu vernichten. Alle versuchten ihre Zelte irgendwie zu retten, was in dieser Situation fast unmöglich war.
Als Jugendwart und Verantwortliche für dieses Lager wich mir allmählich die Farbe aus dem Gesicht. In einer solchen Lage wird einem die Verantwortung für alle Kinder sehr bewusst. Nach ca. 1 Stunde war der Spuk endlich vorbei.
Sofort wurde durch die Lagerleitung die Gesundheit der Kinder und die Zelte überprüft. Viele Zelte hatten den Herausforderungen der Naturgewalten nicht standgehalten. Uns drohte der Abbruch des Zeltlagers.
Nach kurzer Besprechung kam uns die Idee über den Landesanglerverband trockene Schlafsäcke und Luftmatratzen zu erhalten. In dieser Notlage war der LAV sofort bereit uns die Sachen zur Verfügung zu stellen. Wiederum eine Stunde später war alles wieder im Lot und unser Jugendlager wurde fortgesetzt.
Allerdings gab es für einige Zelte keine Rettung. So wurden 2 Sportfreunde vom AC 66 Köthen von ihren Eltern abgeholt und einige Hallenser übernachteten dann doch zu Hause. Dennoch schweißte diese Not unsere Teilnehmer zusammen.
Am nächsten Tag war fast alles vergessen und man konnte über so manche Rettungsaktion, wie z. B. der Kampf um das Zelt vom Betreuer Frank Ritter (AC 66 Köthen), lachen.
Gleich nach dem Frühstück startete der Orientierungslauf.
In einem bestimmten Zeitabstand starteten die Mannschaften mit Karte und Kompass. Hier zeigte sich nun, wer bei der Einweisung vom Reservistenverband, aufmerksam zugehört hatte. Um den Weg etwas zu erschweren, mussten verschiedene Standorte angelaufen werden und es waren verschiedene Aufgaben zu absolvieren.
Bei allen Gruppen klappte es prima, nur eine Gruppe blieb verschollen. Ausgerechnet die Gruppe mit unseren jüngsten Teilnehmern, der eine Betreuerin zur Seite gestellt wurde.
Nun stellte sich die Frage: "Wo ist Heike"? Ein erlösender Anruf: Heike und Gruppe befanden sich an der Eisdiele in Rockendorf. Nur - wie kam die Gruppe hierhin? Nach der Aussage von Detlef Seyffert (Organisator des Orientierungslaufes) führt eigentlich kein Weg dorthin.
Naja, echte Indianer kennen keinen Schmerz, dieser auserwählte Weg muss wohl sehr pflanzenreich und beschwerlich (Maisfeld) gewesen sein. Trotz allem wurde die Auswertung sehr spannend. In den Nachmittagsstunden erfolgte ein Stechen einiger Gruppen. Sieger wurde die Gruppe mit Roy Börtitz, Franz Harpenschläger und Pawel Preuß, dicht gefolgt von der Gruppe Marcel Grüner, Chris Achilles sowie Felix Schäfer. Den 3. Platz erreichten Philipp Müller, Tim Ruppert und Alexander Frei.
Das ereignisreiche Wochenende neigte sich allmählich dem Ende.
Am Abend erfolgte die Siegerehrung der einzelnen Wettkämpfe. Nach der ungewollten Unterbrechung im Casting, konnten auch hier die Sieger ermittelt werden. Mit sehr guten 74 Punkten gewann Kevin Guse, vor Lucas Boehme (72 Punkte) und Roy Börtitz (70 Punkte).
Alle erfolgreichen Teilnehmer unserer Wettkämpfe konnten attraktive Preise in Empfang nehmen. Gleich im Anschluss folgte der traditionelle Grillabend mit Stockbrot und Lagerfeuer.
Der Abend verlief fröhlich und entspannend. Am nächsten Morgen stand der Abschied bevor.
Nach der Meinung unserer Kinder hätte dieses Lager ruhig etwas verlängert werden können.
Schnell ?? wurden die Zelte und Sachen zusammengepackt und schon erschienen die ersten Eltern um ihre Kids wohlbehalten in Empfang zu nehmen.
Die Lagerleitung und die Betreuer begannen mit dem Aufräumen und kurz nach 12.00 Uhr war das 6. Vereinsjugendlager des Halleschen AV beendet.
Großen Dank an alle Betreuer und Organisatoren die zum Gelingen des Jugendlagers beigetragen haben.
Besonderer Dank an den Halleschen A V und hier vor allem, Ralf Möller, der uns die gesamte Zeit tatkräftig und musikalisch unterstützte.
Natürlich auch der Dank an G. Haberland (Vorsitzender AC 66 Köthen) der uns mit einigen Preisen hilfreich zur Seite stand.
Jugendwart Kathrin Gödicke
