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Verbandsjugendtreffen im Meeresangeln vom Kutter auf der Ostsee
bei Kiel Laboe |
Am Freitag, dem 07.11.2008 war es mal wieder so weit, von Halle und Magdeburg trat die Verbandsjugend des LAV Sachsen-Anhalt e.V. mit 41 Kindern und Jugendlichen die Fahrt im Reisebus zur Jugendherberge Schönberg an, um bei 2 Ausfahrten mit der MS Langeland auf der Ostsee Dorsche zu angeln.
Doch bis dahin lagen erst einmal rund 600 Kilometer vor den erwartungsvollen Teilnehmern. Nach der Abfahrt in Halle mit rund der Hälfte der Fahrgäste von den Vereinen im südlichen Sachsen-Anhalt ging es über die A 14 zunächst nach Magdeburg, wo am neuen Stadion "ohne Namen" bereits der Rest der Truppe aus dem nördlichen und östlichen Einzugsgebiet warteten.
Nach dem mühevollen Verstauen des Reise- und Angelgepäcks (dem Volumen des Gepäcks nach zu urteilen, wollte manch einer anscheinend länger bleiben), ging es wie immer mit 45 Minuten Verspätung über die A 2 und die A 7 weiter gen Hamburg, während Frank Preetz alle Teilnehmer im Namen der Verbandsjugend begrüßte und wichtige Infos über den Ablauf bekannt gab. Vorbei an den imposanten Kran- und Hafenanlagen der Hansestadt Hamburg und ihrer berühmten Köhlbrandbrücke näherten wir uns einer neuralgischen Staugefahr - dem Elbtunnel.
Dessen Verkehrsleiteinrichtung verhieß aber zum Glück "Freie Fahrt", und das zur freitäglichen Hauptverkehrszeit. Die restliche Strecke war nun kein Problem mehr, und gegen 17:00 Uhr erreichten wir die Jugendherberge in Schönberg.
Für viele war dies nun Neuland, denn bisher logierten wir überwiegend in der benachbarten JHB Kiel, die aber diesmal unserem Ansturm nicht gewachsen war. Umso erstaunlicher war dann, dass wir zumindest bei der Ankunft die einzigen Gäste waren. Das Gelände schien gespenstisch leer und still.
So konnten wir in Ruhe ausladen und uns auf das Abendessen vorbereiten. Die folgende Bastelstunde nutzen alle, um ihren Vorrat an Pilkvorfächern zu ergänzen bzw. überhaupt das erste Mal ein solches zu bauen. Angeleitet von Marcel Fischer aus dem Meeresteam Sachsen-Anhalt und versorgt mit kostenlosem Material von Uwe Potschka, dem Referenten für Meeresangeln, konnte so der folgende Angeltag gut vorbereitet werden. Erfolgsverwöhnt filetierte der Eine oder Andere schon gedanklich die unzähligen Dorsche, zumindest in seinen nächtlichen, kühnen Träumen.
Die Nacht war erwartungsgemäß kurz und Punkt 6:15 Uhr startete der Bus zum Hafen in Laboe, wo die MS Langeland und ihre Crew schon auf uns warteten.

Die Plätze wurden ausgeschildert und verlost und dann konnten die Petrijünger an Bord kommen. Inzwischen duftete es schon nach frischem Kaffee und belegten Brötchen, und beim Kommando "Leinen los" saßen wir schon längst in der Kajüte und ließen uns das Frühstück schmecken.
Die Ausfahrt dauerte extrem lange, und erst nach gut 2 Stunden Fahrt ertönte vom Kapitän erstmals das Signal zum Ablassen der Pilker. Was folgte war ein Wechsel von Luv nach Lee und wieder zurück, faule Seite fleißige Seite und das bei fast sommerlichen Temperaturen und einem eigentlich nicht vorhandenen Wind.
Man konnte fast im T-Shirt angeln und die wärmende Thermojacke blieb im Aufenthaltsraum. Entsprechend gering fiel die Drift aus und 50 Gramm waren schon fast zu viel. Wen wundert es da, dass man die Fische an Bord suchen musste. Ob nun keine Fische auf dem Meeresgrund warteten oder einfach nur keine Lust zum Anbiss hatten, bleibt das Geheimnis des Kapitäns.
Die wenigen Dorsche waren dafür erstaunlich groß und zumindest für einen Jungen, der wohl auch noch zum ersten Mal teilnahm, wurde der Traum vom „Meterdorsch“ wahr.

Stolze 108 cm bei einem Gewicht von 20,8 Pfund wog der Riese. So verging die Zeit Drift um Drift, bevor zum Mittagessen die Plätze gewechselt wurden.

Leider wechselte nicht die Beißlaune der Fische, und so blieb nach der Stärkung mit Bouletten oder Erbsensuppe der Nachmittag, wie schon der Vormittag, ziemlich fischarm.
Bei der Rückfahrt bot der Kapitän vom Nachbarschiff über Funk siegessicher 7 kg als Tagesbestfang. Nun, darüber konnten wir nur lachen und der Kapitän der Langeland genoss es sichtlich, seinen Kollegen mit den passenden Worten vom Thron zu jagen.
Am Ende dieses Angeltages standen magere 35 Fische zu Buche. Bei 45 angelnden Personen an Bord kann man sich gut ausrechnen, wie viele enttäuschte Gesichter es gab. Vor dem kleinen Angelladen folgte dann noch das öffentliche Wiegen des Riesendorsches, und der kleine Fänger stand als ganz Großer des heutigen Angeltages sichtlich stolz daneben.

Wieder zurück in der JHB wartete schon das Abendessen und danach konnte wieder gebastelt werden, oder man ersann neue Techniken und Taktiken, um am nächsten Tag doch noch die erhofften Fänge zu verbuchen.
Nach einer gefühlten noch kürzeren Nacht wehte uns bei der morgendlichen Ausfahrt am Sonntag zumindest ein stärkeres Lüftchen entgegen, spürbar kühler war es zudem auch.
Hätte man am Abend vorher gewusst, dass heute lediglich die traurige Fortsetzung von gestern folgt, wäre manch einer lieber im Bett geblieben. Doch so musste man eben durch und bei Windstärke 5 folgte auch das, worauf einige "alte Hasen" schadenfroh nur gewartet hatten die ersten beiden (aber auch wirklich einzigen) "Fütterer" versuchten nun auf ihre Art, die Fische anzulocken.
Während sie sich also das Eine oder Andere noch einmal durch den Kopf gehen ließen, zogen es die ersten Jungangler vor, sich in der warmen Kajüte aufs Ohr zu hauen. 22 Fische an diesem Tag, das war für viele ein absoluter Tiefpunkt. Wäre, wie sonst Uwe Tempel, als Mitarbeiter im LAV mit an Bord gewesen, hätte er wohl festgestellt: "Ihr habt euer wahres Leistungs-vermögen wieder voll ausgeschöpft".
Nun diese Feststellung blieb den Kindern erspart, aber das Ergebnis sprach eine deutliche Sprache.

Entsprechend traurig liefen wir wieder in den Hafen ein und traten die Heimreise zum Abendessen in die JHB an. Vor dem hungrig erwarteten Schnitzel lag aber noch die Auswertung der Tragödie. Eigentlich war vorgesehen, dass die jeweils 3 letzten (i.d.R. Nichtfänger) in den Bereichen Schüler und Jugendliche zum Trost eine Büchse Fisch erhalten sollten. Bei diesem Ergebnis mit mehr als der Hälfte Nichtfänger hätten wir einen ganzen Großpack benötigt.
Punkt 18:00 Uhr starteten wir zur Rückfahrt und bei 2 VHS Filmen verging die Zeit dann recht schnell. Ein Unterwegshalt bei einer bekannten amerikanischen Fastfoodkette stimmte dann die meisten Kinder wieder versöhnlich und gegen 23:30 Uhr erreichten wir, wieder "pünktlich" 60 Minuten verspätet, Magdeburg, wo in den wartenden Autos die Eltern bereits friedlich schliefen. Alles wurde ausgeladen und die letzte Etappe nach Halle musste dann wohl auch sicher und problemlos verlaufen sein, aber da lag ich schon total erschöpft in meinem Bett.
Bedanken möchte ich mich bei den Betreuern der Verbandsjugend Uli Rienäcker und Helmut Lisock sowie bei Marcel Fischer vom Team der Meeresangler.

Marcel hat die Kinder fachlich wirklich gut betreut, und das nicht nur am Abend beim Basteln, sondern auch an Bord stand er, nicht nur beim Filetieren, allen mit Rat und Tat zur Seite (außerdem organisierte er auf meinen Vorschlag hin bei der bekannten amerikanischen ......., na ihr wisst schon, 3 Gratiskaffee, denn immerhin hatten wir ja an diesem Abend für viele hungrige Kunden gesorgt).
Bleibt die Hoffnung auf das nächste Verbandsjugendtreffen, denn auch im Jahr 2009 wollen wir natürlich wieder zum Dorschfang auf die Ostsee fahren, dann hoffentlich auch wieder erfolgreicher!
Frank Preetz
Vorsitzender der Verbandsjugend im LAV Sachsen-Anhalt e.V.
Förderhinweis: Gefördert durch das Land Sachsen – Anhalt, mit Mitteln der Fischereiabgabe.
