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 Abenteuer am Niagara
 (oder Herzlich Willkommen in Miedzybrodzie Zywieckie)

Das Verbandsjugendtreffen des LAV Sachsen-Anhalt e.V. war kaum beendet, da machten sich am Morgen des 4. August 8 Leutchen auf zu einer Reise zum Niagara. Natürlich handelte es sich nicht um den Wasserfall zwischen Kanada und den USA, aber vor uns lagen an diesem Tag dennoch rund 1000 Kilometer bis in die polnischen Beskiden. Wir, das waren die Betreuer Frank & Ingo mit Virginia, Melissa, Anna, Stefan, Steffen & Florian.

Geplant waren 11 Stunden, aber mit einem PKW Anhänger darf man in Polen eben nur 80 Km/h auf der Autobahn fahren, und so war alsbald abzusehen, dass wir länger brauchen würden. Hinzu kam noch, dass sich die korrekte Adresse nicht in das Navigationsgerät eingeben ließ. Das Wetter war die ganze Fahrt über gut, erst hinter Katowice begann es zu regnen, während sich langsam die Dunkelheit über uns senkte. Dem Zeitplan schon weit hinterher, erreichte uns nun auch der erste besorgte Anruf unserer Gastgeber vom PZW Katowice, schließlich wurden wir schon längst erwartet und man wollte das Jugendlager gerne mit uns gemeinsam eröffnen. Uns blieb nur das Vertrösten, denn rund 70 Kilometer lagen noch vor uns. Nur mit Mühe, und nach mehrmaligem nachfragen mit Händen und Füßen erreichten wir im Regen unseren Zielort und kurz bevor es dann ganz dunkel wurde, entdeckten wir auch das kleine Hinweisschild für die Einfahrt zum Ferienobjekt. Hier wurden wir nicht nur sehnlichst erwartet, sondern auch mehr als herzlich begrüßt, und nach 13 Stunden hieß es endlich:

Herzlich Willkommen in Miedzybrodzie Zywieckie !

Wir wurden sofort in den Speisesaal gebeten, wo die anderen Kinder bereits mit dem Abendessen fertig waren und konnten uns nun endlich auch stärken. Anschließend halfen uns die Polen beim Ausladen des Autos und zeigten uns unsere Zimmer. Nach der anstrengenden Fahrt und einem ersten gemütlichen Beisammensein schlief man irgendwann problemlos und erschöpft ein. Erst am nächsten Morgen, als der Frühnebel durch die über die Berghänge aufsteigende Sonne verdrängt wurde, sahen wir, wohin uns die Fahrt geführt hatte.

Der kleine Touristenort Miedzybrodzie Zywieckie liegt am Fuße des Berges Zar mitten in den wald- und wasserreichen polnischen Beskiden. Hier befindet sich auch das Ferienressort “Niagara”, wo wir für 7 Tage gemeinsam mit Kindern aus dem polnischen Regionalverband PZW Katowice und weiteren Gästen aus dem tschechischen Ostrava erlebnisreiche Tage beim polnischen Angeljugendlager verbringen sollten. Das ganze Objekt konnte man mit einer Jugendherberge vergleichen, denn vorrangig für Schulklassen und Kindergruppen ist dieses gedacht. Es gab 2 Herbergsgebäude, davon ein älteres Haus und einen Neubau, einen Swimmingpool, einen Speisesaal, 2 Tanz,- bzw. Sportsäle und einen Beachvolleyballplatz.

Mitten durch das Objekt fließt der Bach Isepnica, der, wenn er genügend Wasser führt über den „Niagara“ in die Tiefe stürzt. Bei unserem Besuch reichte es dafür leider nicht, so dass er eher kläglich aus dem tiefsten Durchlass in der Felswand sprudelte, dies aber glasklar und eiskalt!

Verpflegt wurden alle Teilnehmer in typischer Jugendherbergsform, also mit Büffet zum Frühstuck und Abendessen und mittags mit einem 3 Gänge Essen. Vom nebenan gelegenen Segelflugplatz zog den ganzen Tag über ein Motorflieger die Segler in endlosen Kreisbahnen über unserer Unterkunft und an den Berghängen vorbei in die Höhe, klinkte diese dann aus und kehrte zum Platz zurück. Wie mochte wohl aus dieser Sicht die traumhafte Landschaft wirken?!

Für jeden Tag gab es vormittags und nachmittags einen Programmpunkt, egal ob Sport, Spiel oder Ausflug. So begann unser erster Tag bei strahlendem Sonnenschein zunächst mit etwas, was unseren Kindern fremd sein dürfte – dem Frühsport! Nun fremde Länder, fremde Sitten. Da muss man sich eben auch anpassen, aber das hatten wir unseren Jungs und Mädchen schon vorher klar gemacht. Nach dem Frühstück ging es dann zu einer Schiffsrundfahrt über den Stausee. Das Panorama der Beskiden und in der Ferne der Karpaten vor Augen schipperten wir entlang malerischer Dörfer über den spiegelglatten See. Überall war Leben am Ufer, man badete, angelte oder sonnte sich – es war eben Sonntag und Ferien waren ja auch!

Nach dem Mittag, Punkt 15:00 Uhr wurde zum Antreten gepfiffen (die Trillerpfeife gehört zur Standardausstattung eines jeden polnischen Betreuers). "Wir machen jetzt ein Spiel" hieß es, wer nicht will, braucht aber nicht mitmachen, übrigens das einzigste Mal, wo dies Angebot bestand, denn sonst war man ein großes Team und alle machten alles mit! Das "Spiel" hieß Niagarataufe und eigentlich hätte es jeden treffen müssen, denn alle waren wohl zum ersten Mal hier. Die Taufe bestand aus dem Ablaufen einer Wegstrecke vor dem kleinen Wasserfall, dem anschließenden erklimmen einer Anhöhe, wo schon der Gott des Berges auf seinem Thron saß, um einen zu taufen. Das man natürlich ordentlich leiden musste, bis man diesen Punkt erreichte, war klar. So standen entlang der teils knietiefen Wasserrinne vor dem Wasserfall die polnischen Jungs grinsend aufgereiht, jeder mit einer langen Gerte in der Hand und warteten nur auf die, welche versuchten möglichst trocken über die steinige, glatte und unebene Strecke zu kommen. Nun, um es kurz zu machen, die Spuren der Hiebe sah man bei den meisten die ganze Woche auf dem Rücken.

Wenigstens hier durften die Polen, wenn es schon im Fußball nicht klappt, mal die Deutschen schlagen. Das mussten sich die Jungs wohl auch gesagt haben, denn sie genossen diese Möglichkeit und waren mehr als großzügig. Hatte man diese schmerzhafte Hürde gemeistert, stand aber schon der nächste Angriff bevor. Da man die vorgelegene Wegstrecke nicht trocken überstehen konnte, teilweise sogar der Länge nach ins Wasser fiel, war man an dieser Stelle nun schön nass, so dass das Mehl, welches einem hier übergestülpt wurde, prima am Körper haftete. Wenigstens tat dies aber nicht weh, anders als das, was die Delinquenten danach erwartete. Jeder musste einen Löffel einer kulinarischen Paste genießen, die aus allem möglichen bestand, darunter Zahnpasta, Senf, Mayonaise, Gewürze….

Ein Geschmacksschmerz der ganz besonderen Art, aber nun stand man, wenn man nicht gerade den Halt verlor und den schmierigen Hang wieder hinunterrutschte, endlich vor dem Gott des Berges, der einem gnädig eine Stelle an seinen Füßen zuwies, die man zu küssen hatte. Vorher wurde natürlich auch diese Stelle ordentlich mit Zahnpasta eingeschmiert. Es folgte eine ritterschlagartige Taufe mit einer kleinen Kopfrute, dann war man endlich fertig und durfte sich in dem doch immerhin 10° warmen Wasser des Baches abwaschen!

Abends wurden dann am Lagerfeuer typisch Polnisches gegrillt – Bratwurst, Blutwurst und Folienkartoffeln. Dazu gab es Schmalz, Dillgurken und Salat, und anschließend folgte ein folkloristischen Abend, an dem auch weitere Kinder aus dem Ferienobjekt teilnahmen. Ein traditionell gekleideter Mann erzählte eine Folge von Geschichten über das Leben in den Beskiden der vergangenen Zeit, umrahmt von Musik aus traditionellen Blasinstrumenten, die er mitbrachte. Leider eben in polnischer Sprache, so dass es zumindest für uns wenig verständlich war und wir unsere Kinder nur schwer zum Bleiben überreden konnte, zumal in dem Alter traditionelle Volkskunst eh als.

Montag handelten wir zunächst mal einen Kompromiss für den Frühsport aus. Drücken sollten sich unsere Kinder nicht (die Betreuer waren ja zum Glück befreit), doch wollten diese lieber im Pool ihre Runden drehen. Darauf konnte man sich einigen, und auch die polnischen Kinder hätten dies nun gedurft, aber hielten sich lieber an die herkömmliche Form. Nach dem Frühstück ging es zu einem Probeangeln an den benachbarten Teil eines der zahlreichen Stausseen. Hier konnte jeder sein Angelgerät entsprechend herrichten und für den entscheidenden Tag vorbereiten.

Die Gäste aus Deutschland und Tschechien durften sich zuerst die Plätze aussuchen, da die Polen zu Fuß unterwegs waren und etwas mehr an Zeit brauchten, als wie wir, die ja Autos hatten. Gefangen wurden schließlich Barsche, Plötzen und Ukeleis.

Nachmittags folgte ein Besuch im ortsansässigen Pumpspeicherwerk, welches eine strategische Rolle bei der Energieversorgung dieser Bergregion spielt. Alles wieder in polnischer Sprache verschlief zumindest ich den bei abgedunkeltem Licht präsentierten Lehrfilm, aber wenigstens bei dem folgenden Abstieg zu den technischen Anlagen im Berg, konnte man dann auf sein Wissen aus Deutschland zurückgreifen, den auch hier gibt es solche Anlagen. Nach der Rückkehr wurde kurzer Hand ein Dreiländerturnier im Beachvolleyball eingeschoben. Nach aufopferungsvollem Kampf unserer 3 Jungs, belegten wir hinter den Tschechen den 2. Platz. Gewonnen hat, mit entsprechendem Heimvorteil, die Mannschaft aus Polen.

Punkt 22:00 Uhr war dann übrigens Nachtruhe und keinem fiel es ein, dagegen aufzubegehren, nein es waren dann zumindest alle ruhig auf den Zimmern!

Dienstag Vormittag war das Hegefischen angesetzt. Für die rund 15 Kilometer bis zur Angelstrecke charterten die Polen extra einen Reisebus, die Gäste waren ja eh mobil. Die Angeltiefe betrug höchstens 50 cm, zumindest standen in diesem Bereich bis etwa 10 Meter vom Ufer die Fische. Wer also eine Speedrute bereit hatte, war klar im Vorteil. Es bissen Ukelei, Döbel, Plötzen und Barsche. Döbel und Barsch hatten ein Mindestmaß, was manchem Jungangler zum Verhängnis wurde. Während die untermäßigen Döbel wegen der hier und da noch vorhandenen Probleme bei der Artenunterscheidung lediglich zurückgesetzt wurden, musste man für untermäßige Barsche echt Strafpunkte kassieren!

Nachmittags ging es für die Gäste zu einem ganz besonderen Ausflug. Man fuhr mit der Standseilbahn auf den Berg Zar.

Auf diesem befindet sich zum einen das Rückhaltebecken des Pumpspeicherwerkes, dazu aber auch viele touristische Attraktionen, darunter eine Sommerrodelbahn. Das Gebiet ist im Winter auch schneesicher, so dass ganzjährig viel für Touristen angeboten wird und auch die gastronomische Versorgung ist sichergestellt. Die Strecke den Berg hinauf oder hinunter hätte man auch zu Fuß bewältigen können, aber wir entschlossen uns für die bequemere Art, und schon der atemberaubende Ausblick auf das polnische Land, auf die Stausseen und die Beskiden machten diese Tour zu einem besonderen Erlebnis.

Mittwoch stand eine alte Bekannte auf dem Plan: Casting. Der Sportplatz dazu musste erst wieder erwandert werden und befindet sich, wohl typisch für Polen in privater Hand. Auf dem Plan standen die Standarddisziplinen Gewicht Ziel und Gewicht Distanz. So verbrachten wir den Vormittag hier beim Werfen, bevor wir pünktlich zum Mittagessen wieder zurück in die Herberge liefen.

Nachmittags durften die Betreuer mal zeigen, was sie konnten oder nicht konnten. Das Betreuerhegeangeln fand an der selben Stelle statt, an der bereits am Montag alle ihre Ruten vorbereiten konnten. Nun, wie das im Sport nun mal so ist, mal verliert man und mal gewinnen die Anderen. An dieses Motto habe ich mich gehalten und wurde Dank vieler untermaßiger Barsche am Platz Letzter!

Komisch, aber bei allen Angeln, die bis dahin durchgeführt wurden, habe ich nicht eine einzige große Brasse gesehen. Auch auf der Angelberechtigung ist die Mitnahme hier auf 3 Stück pro Angeltag begrenzt. Brasse wird eben hierzulande gerne gegessen, egal ob gebraten oder geräuchert.

Donnerstag stand das Sportfest an, was mich auch hier wieder mal an unser Jugendlager erinnerte. Jedes Land konnte dazu im Vorfeld einen Vorschlag machen, so dass wir uns für Dart entschieden, denn das Spiel hatten wir vorbeugend mitgenommen, die Tschechen für Gummistiefelweitschiessen und die Polen für eine kleine Staffel. Hinzu kam ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem man gut das punktgenaue Anfüttern aus dem Sitzen heraus üben konnte, eine Anregung, die ich gerne auch hier aufgreifen werde.

Nachmittags war dann wirklich mal Ruhe, da die Gastgeber die abendliche Siegerehrung vorbereiten musste. Alles per Hand, obwohl ein PC zur Verfügung stand, aber hier wurden mehr die zahlreichen Urkunden für alle Teilnehmer gedruckt. Somit blieb es nicht aus, das man sich verzählte, falsch sortierte u.ä. Vielleicht lässt sich unser kleines PC Programm auch auf die polnischen Verhältnisse anwenden, und über den Winter werde ich mir dazu mal Gedanken machen und es ihnen als Geschenk anbieten. Für unsere Verbandsjugendlager stellt die Nutzung von PC Programmen eine wohl unverzichtbare Hilfe dar, und man möchte sie sicher nicht mehr missen, auch wenn manche Dinge dadurch fast zu schnell erledigt werden!

Wir nutzen den Nachmittag somit zu einem ausgiebigen Besuch des Swimmingpools, der nach einem technisch bedingten Wasserwechsel anfangs der Woche mit dem „warmen“ Bachwasser, wieder einigermaßen annehmbare Temperaturen aufwies.

Zur abendlichen Siegerehrung kamen dann auch Vertreter des Präsidiums vom PZW Katowice, darunter Miroslav Iwanski – der Präsident. Dieser nahm im abendlichen Licht der über die Beskiden untergehenden Sonne die Siegerehrung vor, wobei die Mittel hier nicht so üppig sind, wie bei uns, so das weniger Preise und Pokale vergeben werden können. Kommt es aber immer nur auf große Preise und Pokale an? Sicher nicht! Typisch polnisch wurden die Gäste zunächst reichlich mit Gastgeschenken versorgt, darunter ein großer Pokal und Angelruten. Optisch war der „Gabentisch“ somit bereits zur Hälfte geleert. Dann wurden die Sieger in den einzelnen Disziplinen und die Besten aus jeder Gruppe ausgezeichnet. Jeder Teilnehmer bekam für seine Niagarataufe ein Dyplom und die Gäste bedankten sich mit gegenseitigen Gastgeschenken für die Einladung und die Mühen der Lagerleitung.

Auch von den tschechischen Gästen bekamen wir ein Präsent, welches sie sicher, von der unserigen Anwesenheit genauso überrascht, wie wir von der ihrigen, schnell noch besorgten. Sie hatten es ja nur 120 Kilometer weit, wir dagegen 1000. Wir hatten da leider keine Chance und mit der Anwesenheit weiterer Gäste hatten wir nun auch wirklich nicht gerechnet. In unseren Worten vor den Teilnehmern bedankten wir uns, und ich versprach mich darum zu bemühen, dass es künftig auch von deutscher Seite eine Einladung für die Tschechen aus Ostrava zu unserem Verbandsjugendtreffen gibt. Die ganze Woche über kam dieses Thema immer wieder beim Erfahrungsaustausch zur Sprache, und die Tradition gemeinsamer Veranstaltungen zwischen Ostrava und Katowice hält, wie die mit unserem Verband, auch schon weit über 20 Jahre! Miroslav Iwanski betonte in seinen Abschlussworten, dass man von polnischer Seite dieses Zusammentreffen von Kinder aus den 3 Ländern auch künftig fortsetzen wird! Dann beendete er das Lager offiziell, und legte man die ganze Woche viel Wert auf Disziplin und Ordnung, konnten die Kinder an diesem Abend und ab diesem Moment fast machen was sie wollten (auch mit den Betreuern). Wir waren ja vorgewarnt und hatten uns schon auf ein bekleidetes Bad im Pool eingerichtet, aber nichts tat sich. Die Betreuer setzten sich gemütlich am letzten Abend zusammen und wir überlegten, was da noch kommen könnte! Bei einem Kurzbesuch in Richtung unseres Zimmers sah ich dann, worauf wir eigentlich warteten. Der komplette Flur war weiß von Zahnpasta und allem was man aus Tuben und Duschbädern ausgießen, ausdrücken oder sonst irgendwie zum verschmieren nehmen konnte. Sämtliche Kinder rannten von oben bis unten beschmiert rum und waren immer noch eifrig dabei, sich diese Pasten, Gels und was weiß ich nicht in und an alle möglichen und unmöglichen Körperteile zu schmieren. An einen aufrechten Gang war in diesem Bereich eh nicht mehr zu denken, denn nur auf allen Vieren konnte man sich relativ gefahrlos vorwärts bewegen. Ich trat jedoch lieber den Rückzug an und setzte mich wieder zu den vermeintlich sicheren Betreuern, von denen zumindest die Polen ein eigenartiges Grinsen im Gesicht hatten. Nun, zu den Geflogenheiten gehört neben der Zahnpastaschlacht auch, dass alle gemeinsam wieder klar Schiff machen, auch das funktionierte ganz problemlos!

Die 1000 Kilometer Rückfahrt am nächsten Tag vor Augen ließ mich dann irgendwann gegen 1 Uhr ins Bett gehen, wobei ich mein Bett wegen einer unzumutbaren nächtlichen Geräuschkulisse meines Zimmerkollegen schon ab der 2. Nacht in den kleinen nachts ja ungenutzten Sportsaal verlegt hatte. Dies stand somit natürlich im öffentlichen Bereich und war gut zugänglich. Mit dem Gefühl, diesen Abend glimpflich überstanden zu haben, allerdings immer noch das Grinsen der polnischen Gastgeber vor Augen, schlief ich dann ein. Gegen 2:30 Uhr weckte mich ein eigenartiges Kitzeln an der Nase aus dem gerade erst einsetzenden Tiefschlaf. Schlaftrunken musste ich feststellen, dass nun auch ich gerade von den Polen ordentlich mit Zahnpasta und Rasierschaum verziert wurde. Ich sah wohl aus wie Rübezahl, was ich zu dieser Zeit und dem bevorstehenden Tag nicht mehr ganz so lustig fand, denn prompt war ich wieder hellwach und wollte doch eigentlich ausgeruht auf die lange Reise gehen. Nun gut, es war nun eh zu spät.

Am nächsten Tag hieß es nach 6 erlebnisreichen Tagen wieder Abschied zu nehmen und zurückzufahren nach Deutschland. Zunächst aber wurde nach dem Frühstück noch für alle Mannschaften ein Abschiedsbild aller Teilnehmer geschossen.

Man verabschiedete sich herzlich & mit der Hoffnung, dass man sich spätestens im nächsten Jahr wiedersehen wird, und ausgestattet mit dem notwendigen Reiseproviant machten wir uns auf den Rückweg.

Dieser dauerte fast genauso lange, wie die Hinfahrt, aber irgendwann gegen 22:00 Uhr waren dann wohl alle wieder zu Hause.