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 Verbandsjugendtreffen 2006 in Uichteritz / Saale

Vom 24.07. – 30.07.2006 führte die Verbandsjugend des LAV Sachsen-Anhalt e.V. ihr alljährliches Verbandsjugendtreffen durch. Hierzu waren alle Mitgliedsvereine eingeladen worden, und nachdem durch den Vorstand und einige freiwillige Helfer der Verbandsjugend bereits am Sonntag erste Vorbereitungen vor Ort getroffen wurden, reisten am Montag schließlich rund 181 Teilnehmer aus 30 Vereinen auf den Sportplatz Uichteritz an die Saale an.

Erstmals nahm auch unser polnischer Partnerverband, der PZW Katowice, mit 6 Kindern und einem Betreuer an dem Jugendtreffen teil, welches sie nach neunstündiger Fahrt erreichten. Für unsere Gäste war alles vorbereitet, so dass sie gleich die aufgestellten Zelten in Besitz nehmen und ihre Sachen ausladen konnten, um sich von der anstrengenden Anreise zu erholen. Als erste Gastgeschenke erhielten sie Besteck & Geschirr sowie einen Rucksack mit Schlafdecke.

Gegen 18 Uhr, nachdem schließlich alle Teilnehmer angereist waren und die Zeltstadt stand, wurde das diesjährige Verbandsjugendtreffen durch Alexander Pusch, Vorsitzender der Verbandsjugend, eröffnet. Neben allgemeinen Informationen standen auch die obligatorischen und notwendigen Verhaltensregeln durch Frank Preetz für die Begrüßung an, gefolgt von den Highlights der Woche.

Die Verbandsjugend hatte sich wieder ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm einfallen lassen, so dass für Jeden und Jede etwas dabei war.

So stand u.a. ein Fußballturnier, ein Freundschaftsspiel einer Lagerauswahl gegen den SV Uichteritz, ein Länderspiel gegen die polnischen Gäste, ein Hegefischen, Nachtangeln und ein Vielseitigkeitsturnier auf dem Programm.

Für die Absicherung der hygienischen Standards wurden 2 Duschcontainer, gesponsert durch die örtliche Sparkasse, und Dixitoiletten aufgestellt. Für die Mädchen gab es Toiletten und Duschen im Vereinsheim, wo auch das umfangreich ausgestatte Organisationsbüro unterge-bracht war. Vorbei scheint wohl die Zeit, wo man mit Notizblock und Bleistift ein derartiges Lager verwaltetet und organisierte. Heute regieren Laptops, Drucker, Scanner, Kopierer und Laminierer die Szene. Was wäre, wenn hier mal der Strom ausfällt – daran möchte ich lieber nicht denken.

Bei der abendlichen Betreuerbesprechung wurden dann weitere Details mit den angereisten Betreuern besprochen. Bei rund 200 geplanten Teilnehmern muss man sich auch über das Notfallmanagement, Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit Gedanken machen. Jeder Verein wurde einmal während der Woche mit dem Tischdienst und der Reinigung der Duschen betraut und schließlich galt es noch die Meldungen für die einzelnen Sport- und Freizeitange-bote in die richtigen Bahnen zu lenken. Jeder Teilnehmer hat hier die Möglichkeit die Ange-bote zu nutzen oder auch nicht – fast alles basiert schließlich auf Freiwilligkeit.

Nicht nur der Speiseplan schien diesmal ganz im Interesse der Kinder gestaltet worden zu sein, auch das Wetter meinte es während der ganzen Woche gut, fast zu gut mit den Teilneh-mern. Die Sonne brannte den ganzen Tag und es wurden Rekordtemperaturen nahe der 40°C Marke erreicht. Gut, dass man in der Saale auch wieder baden kann, und so füllte sich die kleine Badestelle an den Stegen zusehens.

Am Dienstag gab es trotz der Ferien die erste Schulstunde, um den Kindern etwas über das waidgerechte Angeln mit der Kopfrute im Strom zu erzählen. Steffen Quinger zeigte hierbei den Aufbau der Ruten, Futterzusammensetzungen und Taktiken. Zahlreiche Fragen wurden durch die kleinen Nachwuchsangler gestellt, die geduldig beantwortet wurden.

Doch bei knapp 40 °C hatte es Steffen schwer, so dass der heiß erwartete Erfolg in Form kapitaler Brassen ausblieb, denn auch die Fische schienen lieber baden zu gehen, als an irgendeiner Angel anzubeißen. Fazit für die begeisterten Schüler: Auch mit Hightec ausgerüstete Spitzenangler sind eben keine Götter!

Später, nach dem ersten Grillabend mit Steaks und Würstchen, gab es dann ein erstes betreutes Nachtangeln. Die in ein Meer von Knicklichtern gehüllte Saale brachte erstaunlich große Aale und Barben zu Tage. Der größte Aal erreicht immerhin eine stolze Länge von 89 cm, gefangen durch Sebastian Spröte vom Halleschen AV.

Viele fingen und sahen hier erstmals eine Barbe in natura. Das die Gelegenheit, die gefang-enen maßigen Fische einzufrieren, reichlich genutzt wurde, zeigte die sich langsam aber stetig füllende Gefriertruhe – auch ein Ausstattungsstück neueren Ursprunges, ohne dass wir nicht mehr auskommen würden.

Erstmals boten wir am Mittwochnachmittag einen Angelsimulator an. Dazu reiste aus dem hohen Norden Herr Fimmen vom Royal Fishing Club an, im Gepäck einen Bildschirm, Kabel, Videorecorder und eine ominöse schwarze Kiste. Wenig später umringten zahlreiche Kinder diese Kiste, um sich im technisch virtuellen Fischfang mit Marlinen, Silberlachsen, und Schwertfischen zu messen. Technisch gesteuert hält man eine richtige Angel in der Hand und wenn dann erstmal der Anbiß, welchen man auf dem Monitor mitverfolgen kann, erfolgte, hatte so manch Dreikäsehoch Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Diese Kaliber sind halt doch etwas anderes als Plötze und Ukelei.

So zog sich die Woche dahin, begleitet vom Angeln, Fußball spielen, Basteln von Nisthilfen und Futterkörben, Casting und baden.

Für unsere polnischen Gäste hatten wir am Donnerstag eine besondere Überraschung. Gemeinsam fuhren wir mit ihnen nach Belantis, den großen Freizeitpark vor den Toren Leipzigs. Das erste Bauchkribbeln gab es gleich am Eingang beim Fall aus der Pyramide in die Wasserwirbel.

Das sich das Gemisch aus Cola und Eis bei spektakulär kreisenden, schwingenden und herumwirbelnden Fahrgeschäften nicht immer als günstig erweist, zeigte sich am Riesenschwungpendel. Das Sprichwort „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“ scheint auch in unserem Nachbarland bekannt zu sein, so dass sich die glücklich Verschonten köstlich über ihren Kameraden amüsierten und spotteten.

Doch auch die zahlreichen weiteren Attraktionen boten viel Spaß und Nervenkitzel, so dass die Zeit wie im Fluge verging.

Kurz vor der offiziellen Schließzeit kündete der plötzlich aufkommende Sturm ein starkes Gewitter und Regen an, von vielen sicher sehnlichst erwartet. Bei der Rückkehr im Lager zeugten nasse und abgerissene Zelte von den Auswirkungen des Unwetters doch am Horizont schien bereits wieder die Sonne über die Saale. Spätestens bei dem nächtlichen Grillen war alles schon wieder vergessen.

Den tropischen Temperaturen geschuldet, gab es am Abend dann auch leider den ersten medizinischen Notfall unter den Kindern, so dass ein Junge mit Blaulicht ins Kreiskranken-haus einlieferte werden musste. Hier bewährte sich der erstellte Notfallplan und parallel zum zuständigen Betreuer fuhr auch ein Mitglied der Lagerleitung ins Krankenhaus, wo der Patient aber stationär aufgenommen werden musste.

Der Freitag war geprägt vom Betreuerhegeangeln und dem Gesprächsforum mit Mitgliedern des Präsidiums des LAV, einer Plattform für anstehende Fragen der Kinder zu Problemen in den Vereinen und zur Jugendarbeit. Anschließend rückte man zum gemeinsamen Arbeits-einsatz auf dem Veranstaltungsgelände und dem Ufer der Saale aus, schließlich sind Angler in erster Linie auch Naturschützer!

Es folgte das Fußball Freundschaftsspiel LAV – SV Uichteritz, bei dem wir uns leider geschlagen geben mussten.

Dafür konnten wir beim abendlichen Länderspiel Deutschland – Polen nach Neunmeter-schiessen punkten. Die WM ist ja noch gar nicht so lange her, so dass das Erklingen der beiden Nationalhymnen wieder etwas von dem Feuer der WM auflodern ließ.

Unsere polnischen Freunde bedrückte nach all den tollen Erlebnissen, die sie bisher hatten nur noch eines: „Wieso haben wir noch keinen Aal gefangen?“ Um diese Frage zu beantworten oder besser noch außer Kraft zu setzen, gab es am Abend dann eine intensive Betreuung beim Nachtangeln durch die Leitung der Verbandsjugend. Und dann, nach zahlreichen Bissen, konnte wenigstens Daniel seinen allerersten Aal in den Händen halten, den er bis zur Abreise nicht mehr aus den Augen gelassen hat.

Samstag folgte zum Abschluss das große Sportfest mit Dart, Teebeutelweitwurf und Sport-schiessen. Die Teilnahme war zu allen Disziplinen groß, schließlich wissen alle Insider um die Flut an Sachpreisen, die es dank zahlreicher Sponsoren zu gewinnen gibt. Und dann war es endlich so weit, die abschließende Siegerehrung stand an. Zuvor hatten sich alle Teilneh-mer noch bei Gegrilltem und Schwein vom Spieß gestärkt und auch unseren kleinen Patienten durften wir nach 2 Tagen Aufenthalt wieder aus dem Krankenhaus abholen.


Das war also das diesjährige Verbandsjugendtreffen, oder doch noch nicht ganz, denn es folgten noch herzliche Dankesworte unserer Gäste aus Katowice. Die 7 bedankten sich für eine unbeschwerte und erlebnisreiche Woche und zeigten sich beeindruckt von der ange-botenen Programmvielfalt. Sie bedankten sich bei denen, die sie während der Woche betreuten, mit einem kleinen Präsent, verbunden mit der Einladung zum polnischen Treffen 2007, welches in diesem Jahr aus terminlichen Gründen leider nicht besucht werden konnte. Für 2007 will man unsere Ferientermine berücksichtigen und künftig regelmäßig gemeinsam derartige Veranstaltungen verbringen.

Mit Discomusik für alle Altersgruppen klang dann das Verbandsjugendtreffen 2006 langsam aus und am Sonntag gegen Mittag ließ eigentlich schon nichts mehr darauf deuten, dass in den vergangenen 7 Tagen hier rund 200 Kinder, Jugendliche & Betreuer erlebnisreiche und schöne Tage verbrachten.

Das einstimmige Fazit aller Teilnehmer und Verantwortlichen war, dass dieses Treffen alles bisher Gebotene in den Schatten stellte. Angefangen von der hervorragenden Verpflegung durch den ortsansässigen Menüservice, der Betreuung durch die Gaststätte „Saaleperle“ und den Kreisanglerverein Weißenfels, die Nutzung des Geländes vom SV Uichteritz und die gebotenen Möglichkeiten vor Ort. Vieles hat zum Gelingen beigetragen.

Dank gilt auch allen Teilnehmern für die gezeigte Disziplin, den Sponsoren, den Betreuern, den Ausrichtern und Verantwortlichen. Ein besonderer Dank gilt Scotty, der wesentlich zur Überbrückung der Sprachbarrieren beigetragen hat.

Man sieht sich bestimmt wieder, wir jedenfalls freuen uns schon heute auf euch!

In diesem Sinne

Do widzenia w Parey 2007
Auf Wiedersehen in Parey 2007


Frank Preetz
( Verbandsjugend Sachsen-Anhalt )


Diese Jugendmassnahme wurde gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt mit Mitteln der Fischereiabgabe.

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