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 Weltmeisterschaft im Castingsport der Senioren und Veteranen vom
 21. bis 26. Juli 2009 in Halle/Saale

Vom 21.-26.7.2009 fand auf dem Hallenser Motorsportplatz die 4.Weltmeisterschaft für Senioren im Castingsport statt. An 4 Wettkampftagen wurden die 9 Einzeldisziplinen und die dazugehörigen Finale auf diesem großflächigen Sportgelände absolviert. Aus insgesamt 12 Nationen kamen die 82 Teilnehmer, welche mit Turniergewichten und Fliegen nach dem Regelwerk der Internationalen Castingsportförderation die besten Werfer im Ziel- und Weitwerfen ermittelten. Viele große Namen, die mit der Entwicklung dieses Sports seit Ende der Fünfziger Jahre verbunden sind, waren hier zu sehen. Und sie mussten sich mit eher Unbekannten auseinandersetzen. Diese Weltmeisterschaft war die erste Castingsport-WM, welche der DAV nach 1974 wieder durchführte. Der DAV unterstützte eine Auswahl langjähriger Aktiver. Da das Starterfeld offen war nahm auch eine größere Anzahl weiterer deutscher Sportfreunde aus beiden Verbänden teil. Es gab 3 Altersklassen, Senioren bzw. Seniorinnen (ab 50 Jahre) und die Veteranenklasse der Herren (ab 60 Jahre). An 4 Tagen wurden die Wettbewerbe auf jeweils 6 Bahnen parallel ausgetragen.

Mit Prof. Werner Steffens als amtierendem DAV-Präsidenten, dem VDSF-Präsidenten Peter Mohnert und Kurt Klamet als Präsidentem der ICSF wurden die Eröffnungsreden von den ranghöchsten Vertretern der organisierten Deutschen Anglerschaft und des Castingsports gehalten.

Bange Blicke richteten sich auf den Himmel und den Wetterbericht. Zwar gab es einige Schauer, aber der Wind blieb im erwarteten Rahmen. Immerhin hatten sich vor allem die Hallenser Sportfreunde wochenlang auf diese Großereignis vorbereitet. Der LAV Sachsen-Anhalt stellte ein neues EDV-Auswertesystem zur Verfügung, mit dem die Werte bereits vom den Kampfrichern erfasst wurden und an den Bahnen per Monitor angezeigt werden. Sehr aufwändig, aber interessant, und viele Sportler und Zuschauer konnten sich sehr schnell über den aktuellen Stand vor den Finaldurchgängen informieren. Dieses System hatte in Halle seine Weltpremiere.

Durch die großen Starterfelder der Herren wurden die Einzelentscheidungen in einem Finale ermittelt, in dem die besten 8 aus den Vorkämpfen antraten. Bei den Damen wurde bei gleicher Leistung im Medaillenbereich ein Stichkampf durchgeführt. Eine Entscheidung der Delegationsleitersitzung fand bei den Sportlern nicht nur Freunde. Die Finale der Zieldisziplinen wurden nacheinander auf nur einer Bahn ausgetragen, was dann zeitweilig zu sehr unterschiedlichen Bedingen führte und zusätzlich den Zeitplan deutlich streckte. Trotzdem waren die Wettbewerbe spannend und von erstaunlich hohem Niveau geprägt. So wurde mehrfach die Höchstpunktzahl von 100 Punkten erzielt, und auch die Topweiten suchen im normalen Turnieralltag vergleichbares, z.B. die 85,27m in Fliege Weit Zweihand oder die 80,64m, beides erzielt von dem Bitterfelder Olaf Ebeling oder die die 62,85m in Fliege Weit Einhand vom Berliner Wolfgang Feige-Lorenz. Sie setzten sich auch in den Mehrkämpfen sicher durch. Bei den Frauen war die Brandenburgerin Anke Mühle die erfolgreichste Sportlerin.

Am ersten Tag standen nach der Eröffnung mit Fliege Ziel und Gewicht Präzision zwei Zieldisziplinen auf dem Programm. Der recht böige drehende Wind fordert auf dem freien Platz Tribut. Nur dem Österreicher Werner Gattermeier gelang es im Vorkampf und dem Finale 100 Punkte zu werfen, was ihm Silber in dieser Disziplin bei den Senioren einbrachte. Im Finale setzte sich aber mit Olaf Ebeling der erfolgreichste Werfer des Feldes durch, der zeitschnellste Otmar Balles wurde Dritter. Bei den Veteranen setzte sich mit Wolfgang Lipski ebenfalls ein Werfer aus dem AV Aken durch, vor Egon Krüger und dem Ungarn Dr. Ferenc Dienes.

Dann ging es auf das Arenbergtuch. Bei den Damen setzte sich Anke Mühle mit 94 Punkten deutlich ab. Die Senioren stellten das Feld zum Vorkampf gegenüber auf den Kopf. Mit 98 Punkten siegte Lokalmatador Wolfgang Urban mit 11 Sekunden Vorsprung vor dem punktgleichen Peter Neumann aus Berlin. Bronze ging an den Akener Edgar Votruba mit 96 Punkten. Von 8 Finalisten kamen 7 aus Deutschland, der Vorkampfbeste wurde nur Achter. Bei den Veteranen ging es dramatisch zu. Probleme mit der Rolle, der Schnur oder einem Finger verhinderten immer wieder Ergebnisse jenseits der 90-Punkte-Marke. So siegte Routinier Peter Hässig aus der Schweiz vor dem punktgleichen Friedrich Patt aus Berlin und dem Spanier Marti Barnils. Wiederum hatte sich der Vorkampfbeste als Achter plaziert.

Am Morgen des zweiten Tages ging es um das Weitwerfen mit der Fliege. Der Wind pendelte und war recht launisch. Wer guten Wind hatte konnte ihn noch lange nicht nutzen. Wolfgang Urban kam in die Gerätekontrolle und wurde wegen einer zu kurzen Flugschnur disqualifiziert. Dadurch war die Mannschaftswertung plötzlich wieder offen. Dieses Mal wurden das Finale in 2 Gruppen zu 4 Werfern absolviert und die Favoriten konnten sich mit guten Weiten durchsetzen. Auch hier war es spannend bis zum letzten Wurf, dieses Mal siegte Juraj Meszarosz und auch Veteran Wolfgang Feige-Lorenz siegte mit über 3m Vorsprung. Bei den Damen gab es kein Finale, Anke Mühle siegte mit groß

In Gewicht Ziel setzte sich erneut Anke Mühle mit guten 85 Punkten durch. Im Stichkampf zeigte dann das Wetter seine dunkle Seite und es kam zu durchwachsenen Resultaten. Nur bei den Senioren gab es noch ein 90er Resultat.

Der Dritte Tag war nur den Weitwurfdisziplinen vorbehalten. Zuerst Fliege Weit Zweihand. Auch hier tolle Weiten, vor allem im Finale. Mit über 82 Metern blieb einem Finalteilnehmer nur der 4.Platz, so stark warfen vor allem die Senioren. Bei den Veteranen setzte sich Wolfgang Feige-Lorenz besonders souverän durch.

Danach folgten die beiden zweihändig auszuführenden Weitwurfdisziplinen mit dem 18g-Plastikgewicht. Erst mit der Stationärrolle, anschließend mit der Multirolle. Otmar Balles setzte sich in der Disziplin 7 mit ausgezeichneten Weiten durch. Japan holte seine erste Silbermedaille. Bei den Veteranen ging es etwas enger zu. Der Spanier Del Rosario siegte vor dem Schweizer Freddy Grüninger und Werner Hatzky, während der überlegen Vorkampfbeste aus Japan nur Achter wurde. In Multi Weit zeigte der aktuelle Weltrekordler erst im Finale mit 107 m wer der Beste ist. Wieder Silber für Japan und der Brite Hugh Newton holte Bronze. Immerhin, alle 3 Briten waren im Finale! Bei den Veteranen drehte der Japaner dieses Mal den Spieß um und siegte vor den beiden Deutschen Opierczynski und Feige-Lorenz. Bei den Damen ging es nicht so weit, aber dafür sehr eng zu. Mit 65,53m siegte Martina Badstübner vor Evelyn Niemetz mit 65,52m und der US-Amerikanerin Beth Statt.

Am vierten und damit letzten Tag begann das Turnier mit Multi Ziel. Überraschend siegte mit 50 Punkten Eveline Niemetz vor Beth Statt. Bei den Männern gab es wieder einen durchwachsenen Wettbewerb. Bei den Senioren hatte keiner etwas den 95 Punkten in einer Zeit von unter 4 Minuten von Otmar Balles entgegenzusetzen. Bei den Veteranen spitze sich das Finale nochmehr zu. Wolfgang Lipski siegte mit 90 Punkten vor Bill Clements der zweimal der absolut schnellste war, aber einen Fehlwurf zu viel hatte. Und wieder Bronze für Joachim Opierczynski.

Am Nachmittag des vierten Wettkampftages folgte dann die letzte Disziplin, das Weitwerfen mit dem 7,5g-Plastikgewicht. Spannung lag noch genug vor der Mehrkampfentscheidung in der Luft.

Nach 4 Tagen dann die spannende letzte Disziplin, Gewicht Weit Einhand 7,5g. Die Deutsche Herrenmannschaft lag auf Ungarn noch 21 Punkten zurück. Auch bei den Veteranen waren die Mehrkämpfe noch nicht entschieden. Anke Mühle konnte ihren Fünfkampfsieg absichern, diese Disziplin gewann aber überraschend Martina Badstübner mit 60,61m. Bei den Senioren konnte Martin Dirks an alte Tage anknüpfen und im Finale mit 14 cm Vorsprung noch Olaf Ebeling verdrängen. Er konnte das aber locker verschmerzen, mit dem einzigen 80m-Wurf im Vorkampf hatte er sich die Siege in den Mehrkämpfen ganz souverän gesichert. Dr. Juraj Meszarosz rettete das Fünfkampfsilber noch vor Martin Dirks. Im Siebenkampf und Allround hatte sich Otmar Balles noch deutlich auf die zweiten Plätze vorgeschoben. Und bei den Veteranen ließ Wolfgang Feige-Lorenz in den Mehrkämpfen nichts mehr anbrennen und gewann auch noch die letzte Disziplin. Seine Mehrkämpfe waren eine Klasse für sich. Strahlen konnte auch der Akener Wolfgang Lipski, den neben dem sicheren 3.Platz im Fünfkampf war er nun auch Zweiter im Siebenkampf und Allround. Und die Mannschaften: die Herrenauswahl des Gastgebers rang in dieser Disziplin den Ungarn noch 67 Punkte ab, und räumte alle Zweifel am Teamerfolg aus. Auch die Frauenmannschaft aus Deutschland gewann deutlich. Die Deutsche Bilanz war überragend, dennoch konnten Vertreter fast aller Nationen Medaillen erringen. Der Medaillenspiegel war bunt gemischt, denn Sportler aus 10 Nationen errangen Medaillen. Mit 27xGold, 17xSilber und 19xBronze blieb der Löwenanteil der Medaillen bei den Gastgebern.

Bleibt das Fazit, dass unsere Sportler in beiden deutschen Anglerverbänden wissen wie man mit seinem Angelgerät weit und genau wirft. Dieses Mal hatte der Landesverband Sachsen-Anhalt keine Mühen und keinen Aufwand gescheut, um eine nahezu perfekte Veranstaltung zu organisieren. Ausdrücklich sei auch dem Organisationsteam um Uwe Tempel und Joachim Ohme in Halle und den zahlreichen Sponsoren für ihre Unterstützung gedankt, ohne die diese Veranstaltung in dieser Qualität nicht möglich gewesen wäre. Viele ehemalige Aktive nahmen die Gelegenheit bei diesem interessanten Turnier vorbeizuschauen und alte Bekannte wiederzutreffen. Wo dann in 2 Jahren die nächsten Seniorenweltmeisterschaften stattfinden, wird sich noch zeigen. Viele der Teilnehmer freuen sich heute schon drauf.