Jerichow, den 15. September  2018

So kurzfristig wie Mario Witte und Bernd Döring vom Verein „Klietznicker Angelfreunde e.V.“ den Entschluss fassten, die Feierlichkeiten zur Einweihung des sanierten Elb-Deiches bei Fischbeck unter Teilnahme des MP Dr. Reiner Haseloff und der Umweltministerin Frau Prof. Dr. Dalbert zu nutzen, um ihren Unmut über den vorliegenden Entwurf der Landesverordnung zur Umsetzung der NATURA 2000 Richtlinie in die Öffentlichkeit zu tragen, umso erstaunlicher war das Echo.
Fast tausend Angler, Jäger, Landwirte und Bewohner folgten dem Aufruf und brachten mit Fahnen, Spruchbändern und ideenreich gestalteten Schildern Ihren Protest zum Ausdruck.
Unterstützt wurde der Aufruf durch die beiden Anglerverbände des Landes und den Bundesverband. Auch aus benachbarten Bundesländern, wie Berlin und Brandenburg, waren Teilnehmer angereist und berichteten über ähnliche Probleme.

Das gerade nun eine Menschengruppe, die vom Naturell her nur schwer in Verbindung mit lautstarkem Protest und Demonstrationen gebracht wird, nun doch zu solchen Mitteln greift, sollte der Landesregierung Sorge über den eingeschlagenen Kurs auf diesem Gebiet bereiten. Offenbar geht es um weit mehr, als nur um die Ausübung eines Hobbys. Und das die Organisatoren neben einem persönlichen Risiko auch hohes Verantwortungsbewusstsein in der Durchführung zeigten, unterscheidet sie von jenen geübten Demo-Veranstaltern, bei denen Randale und Rechtsbruch zu den eingepreisten Kollateralschäden zählt. So gesehen, verdienen die Veranstalter unsere Anerkennung und Respekt, gaben sie unserem Protest damit eine Bühne, ja ein unverwechselbares Gesicht.

Allzu deutlich wurde auch, dass die Fachpfleger der Gewässer und Fischbestände weder Quelle noch Motor für jedwede Artenbedrohung sind. Ganz im Gegenteil! Angler sind Garanten für intakte Biotope und nicht die „Störer vom Fach“, wie es auf einigen Schildern zu lesen war. Wohl auch deshalb hörte man die offenbar nicht aus der Luft gegriffene Forderung, ganz im Sinne der EU-Richtlinie Angler und Jäger von den Beschränkungen freizustellen.

Bleibt zu hoffen, dass angesichts des beeindruckenden Backsteinensembles der Spätromanik im Bildhintergrund etwas von dem Geist überspringt, der diesen Landstrich auch für künftige Generationen erlebbar und begehbar macht.

Als gutes Zeichen begrüßt wurde das durch die Ministerin kurzfristig eingeräumte Zusammentreffen mit den Organisatoren. Hier wurden nochmals die Ansichten kurz dargestellt und eine Berücksichtigung im Abwägungsprozess zugesichert. Die Ministerin unterstrich dabei, dass die Angler und ihr Ministerium auf ein und derselben Seite im Naturschutz stehen. Das wurde auch im Umgang mit den Protokollen, die zu den Vor-Ort-Terminen erstellt wurden, mit dem Satz: „das Landesverwaltungsamt ist ein verlässlicher Partner“, durch Herrn Zender bestätigt. GJ
 
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