Bezug: Veröffentlichung in der MZ am 14.12.2017 Wirtschaftsteil / Seite 20; Beitrag: „Mehr Hering im Netz“ von Alkimos Sartoros

 

Pressemitteilung des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt zur Entscheidung der Fischereiminister, kein generelles Fangverbot für den Europäischen Aal zu verhängen.

 

Mit Spannung haben auch die Mitglieder des Landesanglerverbandes in Sachsen-Anhalt auf die Mitteilung aus Brüssel gewartet.

Vorausgegangen waren ungezählte Warnungen und Proteste der Angelfischer, die seit Jahren bekannten Ursachen für zu hohe Mortalität (Sterblichkeit) beim Aal zu bekämpfen und die Forschungstätigkeit zum Schutz der Bestände spürbar zu intensivieren.

Da die Angler ein großes Nutzungsinteresse an stabilen Aalbeständen haben, beschreiten sie seit Jahren gemeinsam mit den Berufsfischern den Weg eines Aalmanagements. Demnach wird durch gezielte Besatzprogramme in den heimischen Fließgewässern dafür Sorge getragen, dass sich die Abwanderquote bei den Blankaalen erhöht und somit die Chancen für ein Laichen in der fernen Sargassosee steigt. Dafür haben Angler und Fischer auch in unserem Land viel privates Geld in die Hand genommen.

Wenn jetzt einem kleinen Kreis von Umweltschützern die beschlossenen Fangverbote gegenüber Anglern und Fischern nicht weit genug gehen, so kann das nur an unvollständigen Kenntnissen, oder vornehmer Rücksichtnahme auf eigene Interessen, oder gar ungewünschter Konfrontation mit mächtigen Verursachern liegen.

Natürlich können Klimawandel und Strömungsänderungen mit zu den Ursachen gehören.

  • Aber wo bleibt der flächendeckende Beitrag der Wasserkraftweksbetreiber, in dessen Turbinen massenhaft blutroter Strom erzeugt wird?
  • Wo bleibt die Vernunft der Vogelschützer, die nicht erst seit dem Scheitern ihrer Normenkontrollklage gegen die Kormoranverordnung wissen, das Kormoranfraß eine der Ursachen für geschwächte Aal- und Äschenbestände ist?
  • Wo bleibt der Beitrag der Kraftwerksbetreiber zum Schutz von aufsteigenden Glas- bzw. Steigaalen vor den Kühlwasserentnahmen und vor Pumpstationen?
  • Und wo bleibt entschlossenes Handeln zu Bekämpfung illegalen Handels und krimineller Glasaalexporte, als unwiederbringlicher Ressourcenverlust nach Asien?

Die Angelfischer aus Sachsen-Anhalt leisten mit dem eingeschlagenen Weg zum Wiederaufbau der Bestände, auf der Basis von regionalen Aalmanagementplänen, einen unschätzbaren Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Artenschutz durch Artennutz hat sich als Förderinstrument bewährt. Und als Fachpfleger der Gewässer und Fischbestände sind die Angler mehr denn je, unverzichtbarer Akteur im Naturschutz geworden. Deshalb fordern sie mehr Gewicht im europäischen Entscheidungsprozess.

Hintergrund:

Der LAV ist der Vertreter von 43.000 Mitgliedern in Sachsen-Anhalt und der größte anerkannte Naturschutzverein im Land.